Arbeitsvermittlung: Schmackhafte Jobs beim Lunch 2.0

Arbeitsvermittlung
Schmackhafte Jobs beim Lunch 2.0

Vor zwei Jahren schlich sich Mark Jen mit einigen Freunden in die kostenlose Nobelkantine des Internetkonzerns Google, um ein Gratismittagessen zu ergattern. Aus dem Kantinenschnorren wurde schnell das Projekt „Lunch 2.0“ - eine Möglichkeit für Jobsuchende mit Mitarbeitern von High-Tech-Firmen in Kontakt zu kommen.

DÜSSELDORF. Vor zwei Jahren schlich sich Mark Jen mit einigen Freunden in die kostenlose Nobelkantine des Internetkonzerns Google im kalifornischen Mountain View ein, um ein Gratismittagessen zu ergattern. Der 23-Jährige hatte kurz zuvor seinen Schreibtisch bei Suchmaschine räumen müssen, weil er Interna in seinem Internet-Tagebuch ausgeplaudert hatte. Die Aktion lief glatt, und die Gruppe beschloss, sie zu wiederholen. Bald trafen sie sich regelmäßig in den Kantinen von High-Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley und knüpften beim Essen nebenbei Kontakte mit den Beschäftigten. „Hier gibt es viele Firmen“, sagt Jen, „aber die Beschäftigten lernen kaum Leute aus anderen Unternehmen kennen.“

Jens Idee, der er den griffigen Namen Lunch 2.0 gibt, sprach sich im Valley schnell herum: Jen erhielt immer mehr Zulauf, weitere Gruppen entstanden. Bald schon drehten die Unternehmen den Spieß um und luden selbst Interessierte via Internet zu sich zum kostenlosen Mittagessen ein. Denn nach Jahren des Booms werden in der Region nahe San Francisco die qualifizierten Arbeitskräfte knapp. Der Lunch 2.0 bietet den Unternehmen eine willkommene Gelegenheit, Mitarbeiter von Konkurrenten in betont lockerer Atmosphäre einen Job schmackhaft zu machen.

In den USA laden bereits Branchengrößen wie Microsoft und das Internetnetzwerk Facebook zum Lunch 2.0. Auch nach Deutschland ist der neuartige Rekrutierungstrend übergeschwappt, spielt sich aber noch ein paar Nummern kleiner ab. Hierzulande sind es vor allem junge Internetunternehmen, die durch Einladungen ins Café um die Ecke Interessierte locken wollen.

In den vergangenen Monaten veranstalteten Unternehmen in Großstädten wie Berlin, Hamburg und Stuttgart bereits mehrfach derartige Treffen, als Nächstes ist Leipzig dran. Anders als bei den traditionellen steifen Firmenessen in Sternerestaurants, wie sie etwa Anwaltskanzleien für begehrte Top-Absolventen veranstalten, geht es beim Lunch 2.0 sehr formlos zu. Schlips und Kragen sind unerwünscht.

Das gesponsorte Mittagessen bietet den Unternehmen gleich mehrere Vorteile: Sie können neue Kontakte knüpfen zu interessanten Leuten aus der Branche, Ideen austauschen und den Bekanntheitsgrad der eigenen Firma steigern. Denn längst nicht alle, die am Lunch 2.0 teilnehmen, sind auf der Suche nach einem neuen Job.

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