Arcandor
Marc Oliver Sommer und das wertlose Versprechen

Der Vizechef von Arcandor gerät nach dem abrupten Abgang von Thomas Middelhoff in schwere Bedrängnis.

DÜSSELDORF. Ins malerische Tirol ist Arcandor-Chef Thomas Middelhoff mit seinen engsten Vertrauten wie Konzernvize Marc Oliver Sommer und Quelle-Chef Konrad Hilbers vor kurzum gereist. Im noblen Skiort Kitzbühel hatte Middelhoffs Förderer, der legendäre Bertelsmann-Chef Mark Wössner, zu einer Art Symposium anlässlich seines 70. Geburtstags geladen.

Im früheren Grandhotel des Skiortes war das gesamte Netzwerk des charismatischen Arcandor-Chefs versammelt. Selbst Bernd Bauer, der frühere Bertelsmann-Manager und heutige Kommunikationschef des Arcandor-Großaktionärs Sal. Oppenheim, war mit von der Partie. Die Stimmung in Kitzbühel war ausgezeichnet. Am Abend feierte Middelhoffs Boygroup samt Ehefrauen ausgiebig in der Luxusherberge der Unternehmensberatung McKinsey.

Die Feierlaune ist Middelhoffs Getreuen aber inzwischen vergangen, spätestens seit gestern. Denn nun ist klar, dass Middelhoff zum 1. März den krisengeschüttelten Handelskonzern auf Drängen des Großaktionärs Sal. Oppenheim verlassen muss. Auf der heutigen Aufsichtsratssitzung soll sein Nachfolger, Karl-Gerhard Eick – bislang Finanzvorstand der Deutschen Telekom – zu seinem Nachfolger bestellt werden.

Vor allem für Middelhoffs Kronprinzen Marc Oliver Sommer ist das ein schwerer Schlag. Denn ausgerechnet Middelhoff hatte das frühere Vorstandsmitglied des Bertelsmann-Buchklubs zu einem Wechsel nach Essen überredet. Der Schwiegersohn des Bertelsmann-Chefs Mark Wössner wurde von Middelhoffs Versprechen gelockt, ihn zu seinem Nachfolger bei Arcandor zu machen.

Doch das Versprechen vom Herbst 2005 erweist sich heute als wertlos. Dabei kam Sommer, seit Januar 2006 für die Versandhandelssparte Primondo zuständig, mit den Umbau- und Aufräumarbeiten gut voran. Noch im Mai lobte Middelhoff: „Wir haben Quelle stabilisiert.“ Zum ersten Mal seit vielen Jahren schreibe die Versandhandelssparte Primondo, zu der das Kataloggeschäft von Quelle gehört, wieder schwarze Zahlen – vor Abzug von Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda): 1,7 Millionen Euro Ertrag lieferte das langjährige Sorgenkind im Frühjahrsquartal 2008 ab. In den Jahren zuvor war das Versandgeschäft zumeist mit zweistelligen Raten geschrumpft.

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