Arcelor-Chef Guy Dollé
Kämpfernatur mit großem Teamgeist

Arcelor-Chef Guy Dollé weiß, dass er sich auf einen langen Kampf gegen Mittal einstellen muss – doch er ist sicher: Das Spielfeld wird er als Sieger verlassen. Sein Optimismus ist nicht unbegründet: Der in Metz aufgewachsene Manager hat sich schon häufig in schwierigen Situationen behauptet.

HB LUXEMBURG. Auf den Chefposten beim weltweit zweitgrößten Stahlkonzern Arcelor hat Dollé am besten der Fußball vorbereitet. 18 Jahre hat der Ingenieur in einer Mannschaft gespielt - und daraus abgeleitet, was für ihn das A und O bei der Führung eines Großkonzerns ist: Teamgeist. „Ich bin davon überzeugt, dass der Erfolg des Teams das Wichtigste im Leben ist“, sagt der 63-Jährige, der jeden Morgen zuerst die französische Sportzeitung „L'Équipe“ liest, bevor er zu den Finanzblättern greift.

Der Sport hat den Sohn eines Kunstglasers auch gewappnet für den Kampf mit dem indischen Stahltycoon Lakshmi Mittal, der gerade erst begonnen hat. Der Franzose Dollé, der die Elitehochschule École Polytechnique absolvierte, gilt als außerordentlich zäh und ausdauernd. Auch im Ringen mit Thyssen-Krupp um den kanadischen Stahlhersteller Dofasco blieb Dollé willensstark und siegesgewiss. Diese Eigenschaften, das weiß er, wird er auch im Kampf gegen Mittal brauchen. „Die Schlacht hat begonnen und wir werden gewinnen“, gibt er sich auch diesmal überzeugt.

Dabei kommt seine Mannschaft, rund 95 000 Beschäftigte rund um den Globus, für ihn an erster Stelle: Jeder Einzelne sei wichtig für ihn, denn nur gemeinsam könne Arcelor auch in Zukunft erfolgreich sein. Und das heißt für ihn: Der Stahlkonzern soll seine Jahresproduktion künftig auf rund 100 Mill. Tonnen verdoppeln, um weltweit in der Spitzengruppe zu bleiben.

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