Arndt Neuhaus: RWE bekommt einen Chef für Deutschland

Arndt Neuhaus
RWE bekommt einen Chef für Deutschland

RWE-Chef Jürgen Großmann betraut Arndt Neuhaus mit einer wichtigen und zugleich schwierigen Aufgabe: Er macht den 44-Jährigen faktisch zum Deutschland-Chef. Zu seinem Reich gehören künftig acht Millionen Kunden und knapp 19 000 Mitarbeiter.
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DÜSSELDORF. Wenn RWE-Chef Jürgen Großmann ruft, schnappt sich Arndt Neuhaus eines der elektrisch unterstützten Fahrräder mit dem Firmenlogo. Den Dienstwagen lässt der Manager für die 600 Meter von der Krupp-Straße in Essen, wo er sein Büro hat, zum Opernplatz, wo der RWE-Turm steht, meist stehen. Den Weg wird Neuhaus künftig noch öfter machen müssen. Großmann betraut den 44-Jährigen mit einer wichtigen und zugleich schwierigen Aufgabe: Er macht ihn faktisch zum Deutschland-Chef.

Bislang steuert Neuhaus mit der RWE Rheinland Westfalen Netz AG die regionalen Verteilnetze des Unternehmens. Jetzt soll diese als Stammhaus für das gesamte Vertriebs- und Netzgeschäft in Deutschland dienen. Unter dem Dach werden dann auch die bisherige Schwestergesellschaft RWE Vertrieb, die das Geschäft mit Endkunden verwaltet, die deutschen Regionalgesellschaften sowie die RWE Effizienz, die Zukunftsfelder wie Elektromobilität verantwortet, aufgehängt. Das Unternehmen wird am 1. Januar starten und in Essen angesiedelt.

Der Chemiker und Betriebswirt, der seit 2001 für RWE arbeitet, wird damit einer der mächtigsten Manager unterhalb des Konzernvorstands. Zu seinem Reich gehören acht Millionen Kunden und knapp 19 000 Mitarbeiter. Das Unternehmen wird 19 Mrd. Euro umsetzen.

Doch die Aufgabe ist nicht ohne Tücken. Neuhaus muss das neue Gebilde in Form bringen und Kosten senken. Für die Umorganisation bringt er nach Einschätzung eines Vertrauten aber den nötigen Ehrgeiz mit. Er arbeite gerne als „Baumeister“. Das zeigt auch der Lebenslauf. In den 90er-Jahren hat er für McKinsey gearbeitet, bei RWE leitete er die strategische Planung und Konzernentwicklung. Ein Branchenkenner sieht Neuhaus auf dem Sprung: „Das ist ein Trainingslager für den Konzernvorstand.“

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