Arthur D. Little
Weltchef Michael Träm tritt ab

Michael Träm verlässt die Unternehmensberatung Arthur D. Little. Der Rückzug des Weltchefs hat unternehmenspolitische Gründe. Die französische Mutter Altran will Arthur D. Little schon länger verkaufen.
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DüsseldorfMichael Träm gibt seinen Posten als Weltchef der Unternehmensberatung Arthur D. Little (ADL) auf. Gestern schickte er eine Abschiedsmail an Kunden und Freunde. Der 49-Jährige zieht sich zurück, noch bevor die Verträge über den geplanten Management-Buy-out (MBO) unterschriftsreif sind. „Es ist Zeit für einen Wechsel“, sagte Träm.

Die französische Mutter von ADL, die börsennotierte Technologieberatung Altran, hatte kürzlich angekündigt, die älteste Unternehmensberatung der Welt an das Management zu verkaufen. Altran suchte seit längerem nach einem Käufer. „Ich habe immer gesagt: Für einen reinen MBO stehe ich nicht zur Verfügung“, sagte Träm dem Handelsblatt.

Im Jahr 2002 hatte Altran die Filetstücke der insolventen Beratung erworben. Doch die Kulturen von Altran und ADL blieben sich fremd. Die erhofften Synergieeffekte stellten sich nicht ein, wie auch Altran eingestehen musste. 2010 lag der weltweite Umsatz von ADL nur noch bei 113,3 Millionen Euro, 2008 waren es noch 171,3 Millionen Euro gewesen.

Der Management-Buyout soll noch vor Weihnachten unter Dach und Fach sein. Bis dahin führt Altran-Chef Philippe Salle die Geschäfte von ADL. Künftig wollen die Partner von Arthur D. Little eigenständig wirtschaften und ihren Chef selbst wählen – als Primus inter Pares.

Träm ist bereits einmal frühzeitig abgetreten. 2004 gab der Jurist sein Amt als Europachef von A.T. Kearney auf. Der Grund: ein umstrittener Doktortitel. Er promovierte daraufhin erneut und wurde 2006 zum Weltchef von Arthur D. Little bestellt. Die Unternehmensberatung feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen.

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