Arthur Higgings managt die Pharma-Ehe
Typ großer Bruder

"Heute ist ein besonderer Tag für Schering und Bayer und auch für den Pharmastandort Deutschland." Mit feierlicher Stimme präsentierte Vorstandschef Werner Wenning (Bayer) mit seinem Kollegen Hubertus Erlen (Schering) am Mittwoch den erfolgreichen Abschluss ihrer Pharma-Ehe. Seit Mittwoch ist die Übernahme der Berliner Schering AG durch den Leverkusener Bayer-Konzern perfekt.

BERLIN/FRANKFURT. Aber einer fehlte im achten Stock der Schering-Zentrale. "Wo ist Arthur Higgins?" fragten sich nicht nur die Journalisten, sondern auch viele Mitarbeiter.

Der Mann, der die Operation Schering zu einem wirtschaftlichen Erfolg führen soll, verzichtete an diesem Morgen auf den Medienrummel im achten Stock der Schering-Zentrale. Er sei noch nicht im Amt, hieß es offiziell. Higgins, der künftige Chef der neuen Bayer Schering Pharma AG, bereitete sich statt dessen auf ein Meeting mit den Führungskräften von Schering am Nachmittag vor. Am heutigen Donnerstag wird er sich der Belegschaft des Berliner Konzerns auf einer Betriebsversammlung stellen.

Der 50-jährige Pharmamanager, ein gebürtiger Schotte, tut vermutlich gut daran, sich sofort auf die operativen Aufgaben zu konzentrieren. Auf ihn wartet die schwierigste Aufgabe, die derzeit in der deutschen Pharmabranche zu vergeben ist. Denn mit der erfolgreichen Integration von Schering steht und fällt die weitere Performance von Bayer - und wohl auch die weitere Strategie.

Higgins wird mit der Transaktion endgültig zum wichtigsten operativen Manager des Leverkusener Konzerns. Immerhin wird er nicht nur die neue Berliner Pharmatochter leiten, sondern weiterhin für die gesamte Gesundheitssparte von Bayer verantwortlich sein. Defacto führt Higgins damit etwa die Hälfte des Bayer-Konzerns und mit Sicherheit den Teil, der künftig wieder ganz im Zentrum der Strategie stehen wird.

Vor gut zwei Jahren holte ihn Wenning als einen "Mittler zwischen den Kulturen" in den Konzern. Higgins habe als langjähriger Abbott-Manager lange genug in den USA gelebt, um sowohl die europäische als auch die amerikanische Denkweise zu verstehen, heißt es im Konzern. Der gelernte Biochemiker startete seine Karriere einst bei Bristol-Myers. Später war er 14 Jahre lang bei Abbott.

Als Pharmachef des US-Konzerns stand er schon einmal vor dem Sprung nach ganz oben. Aber damals, im Jahr 2001, machte sein Kollege Miles White das Rennen bei Abbott. Higgins zog sich zur kleinen Biotechfirma Enzon zurück - bis ihn Wenning vor zwei Jahren für das "große" Pharmageschäft holte.

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