Asset Protection kommt auch in Deutschland in Mode
Finger weg von meinem Vermögen!

In den USA und England hat es schon länger Tradition, bei schwer kalkulierbaren Risiken der beruflichen Tätigkeit und bei drohenden Schadensersatzklagen das private Vermögen abzusichern.

HB DÜSSELDORF. Mittlerweile entwickelt sich die "Asset Protection" auch in Deutschland zu einer immer wichtigeren Disziplin. Dabei geht es um nicht weniger, als das eigene Vermögen rechtlich vor der Haftung und dem Zugriff Dritter zu schützen.

Der Grund dafür: auch hier zu Lande ist das Vermögen natürlicher Personen stärker als früher gefährdet ist. Das Insolvenzrisiko ist gewachsen und die juristischen Rahmenbedingungen haben sich verschärft. "Die Gefahr, als Unternehmer mit seinem persönlichen Vermögen zu haften, ist enorm gewachsen", sagt Klaus Stein, Leiter der Hauptabteilung Steuern der Dr. August Oetker KG. Viele unternehmerische Tätigkeiten sind gar nicht versicherbar. "Hinzu kommt, dass wir eine neue Streitkultur haben", erläutert Andreas Söffing, Steuerberater und Partner der Kanzlei SJ Berwin. Gefährlich werde es, wenn der Rechtsstreit international geführt und der Gerichtsstand etwa nach Amerika verlagert werde. Dort geht es um wesentlich höhere Schadenersatzsummen als in Deutschland und die Anwaltsgebühr orientiert sich am Erfolg.

Betroffen von den Risiken sind alle vermögenden Privatpersonen, sei es, weil sie Organe von Aktiengesellschaften sind oder Geschäftsführer, sei es, weil sie als Freiberufler wie Ärzte, Anwälte und Steuerberater oder als Erben über Geld verfügen. Mindestsummen für die Asset Protection gibt es keine. Im Gegensatz zur Vermögensverwaltung durch Privatbanken, die vorzugsweise ab Summen von drei Mill. Euro aufwärts als Vermögensverwalter tätig werden, ist es für die reine Asset Protection relativ egal, ob jemand eine oder mehrere Millionen besitzt oder eine Eigentumswohnung für 150 000 Euro. Ist das Vermögen bedroht, sollte es geschützt werden.

Wichtig sei es, so Steuerexperte Stein, der kürzlich zu dem Thema auf einer Euroforum-Jahrestagung referierte, rechtzeitig mit der Planung der Asset Protection zu beginnen und nicht erst in der Krise. Denn dann drohe die Anfechtung der Vermögensübertragung unter anderem wegen vorsätzlicher Gläubigerbenachteiligung und möglicherweise sogar eine Strafbarkeit wegen betrügerischen Bankrotts oder Gläubiger- bzw. Schuldnerbegünstigung.

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