Atos-Chef Thierry Breton
Auf zu neuer Größe

Nach dem Kauf der Siemens-Tochter SIS kann Atos-Chef Thierry Breton seine Sanierungsqualitäten beweisen. Und der Ex-Minister kann sich zudem als Architekt einer neuen deutsch-französischen Industrie-Partnerschaft feiern lassen.
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PARIS. Thierry Breton liebt es, im Mittelpunkt zu stehen. Bei der Pressekonferenz anlässlich der Übernahme der Siemens-Problemsparte SIS durch seine Atos Origin ließ er Siemens-Chef Peter Löscher gestern kaum zu Wort kommen. Dank gemeinsamer Investitionen in neue Entwicklungen "werden wir das Google von morgen sein", jubilierte Breton.

Der Manager mit der Wischmopp-Frisur hat allen Grund zur Freude: Mit dem Deal stößt nicht nur Atos Origin in neue Größenordnungen vor. Auch Breton als Manager spielt endlich wieder in der europäischen Spitzenliga. Und er kann sich zudem als Architekt einer neuen deutsch-französischen Industrie-Partnerschaft feiern lassen. "Alle Regierungsebenen bis hin zum Staatspräsidenten sind äußerst zufrieden mit der Transaktion", sagte Breton mit Nachdruck.

Vorbei die Zeiten, in denen der frühere Finanzminister als eine Art "running gag" der französischen Geschäftswelt galt. Carrefour, Alcatel-Lucent: Immer, wenn irgendwo ein Top-Job frei wurde, fiel Bretons Name als potenzieller Kandidat.

Denn nach seinem Ausscheiden aus der Regierung im Frühjahr 2007 stand der ehemalige Chef von France Télécom über ein Jahr auf der Straße und vertrieb sich die Zeit als Gastprofessor an der Elite-Uni in Harvard. Sarkozy hatte nach seinem Wahlsieg auf Bretons Dienste verzichtet, wohl weil er fürchtete, dieser stünde Sarkozys Erzfeind Jacques Chirac zu nahe.

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