Audi-Finanzvorstand Stadler sitzt gerne selbst am Steuer
Ein typischer „Car-Guy“

Mit einer Berufung von Rupert Stadler an die Unternehmensspitze würde sich die VW-Tochter Audi treu bleiben: Obwohl kein Ingenieur, gilt der erst 43 Jahre alte Finanzvorstand wie der bisherige Audi-Chef Martin Winterkorn als versierter Auto-Kenner, der sich bei Test- und Abnahmefahrten für neue Modelle jederzeit gerne selbst hinters Steuer setzt.

HB INGOLSTADT. „Er ist ein typischer „Car Guy“, immer dicht am Produkt und nicht nur auf die Zahlen konzentriert“, sagt einer, der Stadler kennt. Schon in den vergangenen Tagen hatte sich abgezeichnet, dass sich die Nachfolgefrage an der Spitze der VW-Tochter zwischen Stadler und Produktionsvorstand Jochem Heizmann entscheiden wird. Nachdem nahezu alle Namen aus der Audi-Vorstandsetage als Kandidaten für den Chefposten im Spiel waren, rechnete kaum jemand in der Branche mit einer Überraschungslösung aus der zweiten Reihe für die exponierte Position des Audi-Chefs. Allerdings waren Stadler zunächst nur Außenseiter-Chancen zugesprochen worden, weil er als zu jung galt.

Geboren am 17. März 1963 im oberbayerischen Titting studierte Stadler an der Fachhochschule Augsburg Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Unternehmensplanung/Controlling sowie Finanz-, Bank- und Investitionswirtschaft. Seine Laufbahn begann er bei der Philips Kommunikation Industrie AG in Nürnberg und wechselte 1990 zur Audi AG, wo er verschiedene Aufgaben im Bereich Controlling übernahm. 1994 trat er als Kaufmännischer Geschäftsführer bei der Volkswagen/Audi Espana SA in Barcelona ein.

Den mächtigen VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch kennt Stadler aus seiner Zeit in Wolfsburg, wo er als Assistent des damaligen Konzernchefs Piëch tätig war. 1997 übernahm der Diplom-Betriebswirt die Leitung des Generalsekretariats beim Vorstandsvorsitzenden des VW-Konzerns und wurde von 2002 an zusätzlich Leiter der Konzern-Produktplanung. Im Audi-Vorstand verantwortet Stadler seit gut dreieinhalb Jahren den Geschäftsbereich Finanz und Organisation. Dabei verficht er den Grundsatz: „Wachstum ja, aber profitabel.“ Zugleich hat er die VW-Tochter am Finanzmarkt stärker ins Bewusstsein gerückt.

Finanzvorstand wird voraussichtlich neuer Audi-Chef

Dass Rupert Stadler die Nachfolge des zum VW- Vorstandsvorsitzenden aufrückenden Audi-Chefs Martin Winterkorn antritt steht offenbar fest: Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ zitierte aus Kreisen des Aufsichtsrates: „Alles läuft auf Stadler zu.“ Der Aufsichtsrat wird am kommenden Mittwoch (6. Dezember) über die Nachfolge von Winterkorn, der zum Jahresanfang nach Wolfsburg wechselt, beraten.

Der neue VW-Chef Winterkorn plant nach einem Bericht der „Automobilwoche“ Audi-Topmanager Jochem Heizmann nach einem Ausscheiden von Markenvorstand Wolfgang Bernhard mit der auf VW- Konzernebene neu zu schaffenden Position des Produktionsvorstands zu betrauen. Als Heizmanns Nachfolger in der Funktion des Audi- Produktionschefs werde Jürgen Lunemann gehandelt, Leiter des Werks Neckarsulm. Für Audi-Technikchef Ulrich Hackenberg, den Winterkorn dem Vernehmen nach als Entwicklungsvorstand des VW-Konzerns mit nach Wolfsburg nehmen könnte, sei Michael Dick im Gespräch, der bei Audi die Gesamtfahrzeugentwicklung steuert.

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