Auf Thomas Enders warten als Nachfolger von EADS-Chef Hertrich harte Auseinandersetzungen mit Noël Forgeard
Mission impossible für „Major Tom“

Er hat die volle Rückendeckung von Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp. Die kann Thomas Enders auch brauchen. Denn nicht wenige bezeichnen den neuen Job des 45-Jährigen als „Himmelfahrtskommando“ oder „mission impossible“.

DÜSSELDORF. Als größter Aktionär des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS schickt Schrempp „Major Tom“ zumindest auf den heißesten Führungsposten, der in der europäischen Industrie zu vergeben ist. Monatelang tobte ein deutsch-französischer Grabenkrieg um die Konzernführung.

Denn die EADS wird nach Hertrichs Verzicht auf eine Vertragsverlängerung und damit auf einen der beiden Chefsessel weiter durch zwei gleichberechtigte Vorstandschefs geführt. Und der Fallschirmspringer und Major der Reserve wird es ab Juni 2005 als neuer Co-Chef von EADS mit Airbus-Chef Noël Forgeard zu tun bekommen.

Enders, noch Chef der EADS-Verteidigungssparte, verfügt über eine eindrucksvolle Erfolgsbilanz und beste politische Kontakte in der französischen Regierung. Will Enders neben dem französischen Elitemanager Forgeard bestehen und die deutschen Interessen wahren, dann muss er alle Eigenschaften und Kräfte mobilisieren, die ihm zugeschrieben werden.

Enders ist schlicht mit einem Wort zu charakterisieren: „schneidig“, was im Duden mit schneidend, scharf und kräftig und (in soldatischer Weise) als forsch und selbstbewusst beschrieben wird. Der große, schlanke und drahtige Manager mit den glasklaren Augen verfügt über eine rasend fixe Auffassungsgabe. Er gilt bei seinen Mitarbeitern als Arbeitstier. Entsprechend viel verlangt er seinem Stab ab. Im Gegenzug ist er bei entsprechend wichtigen Dingen für seine Mitarbeiter immer ansprechbereit, zumindest über seinen „Blackberry“. Er führt amerikanisch und bevorzugt schnelle Entscheidungen, eingebettet in eine klare, langfristige Strategie. Jeder nennt ihn wie in US-Unternehmen üblich beim Vornamen „Tom“. Er kann zuhören und holt sich seine Informationen aus allen Hierarchieebenen. Kommt aber jemand nicht auf den Punkt, dann wird er schnell ungehalten. Er kontrolliert zwar gerne die Prozesse. Aber er versteht auch die Unwägbarkeiten politischer Entscheidungsfindung und legt dabei diplomatisches Geschick an den Tag, wie Staatssekretäre in Berlin bestätigen.

Seite 1:

Mission impossible für „Major Tom“

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%