Aufsichtratschef Paul Achleitner
Deutsche Bank sucht eine neue Machtbalance

Paul Achleitner, der künftige Chefkontrolleur der Deutschen Bank, ist Investmentbanker mit Vorliebe für komplexe Finanzdeals. Was bedeutet das für die Führung des Instituts? Kritiker fürchten einen Strategieschwenk.
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Paul Achleitner hat als Finanzvorstand der Allianz ein Motto kreiert, was er auch bei der Deutschen Bank gut anwenden kann: „Boring is the new sexy“, sagte der 55-Jährige einmal, der mit seiner umsichtigen Art entscheidend dazu beigetragen hat, dass die Allianz die Krisen an den Finanzmärkten bisher gut überstanden hat. Sein Wechsel auf den Chefsessel im Aufsichtsrat der Deutschen Bank dürfte zumindest dafür sorgen, dass die Deutsche Bank in den nächsten Monaten weniger Schlagzeilen produziert, als wenn Deutsche-Bank-Chef Ackermann selbst den Posten ohne Karenzzeit eingenommen hätte.

Ein wenig mehr Langeweile würde auch der Deutschen Bank nicht schaden. Kritiker bezeichnen das Institut schon lange als Hedgefond mit angeschlossener Geschäftsbank. Finanzexperten glauben aber, dass Achleitners Motto nur Augenwischerei ist, dass er in seinem Herzen immer Investmentbanker geblieben ist - und dass das Institut unter seiner Führung wieder mehr Investmentbank wird, statt die Risiken in dem Geschäftsbereich zu reduzieren.

Mit seiner Kür zum nächsten Aufsichtsratschef bekommt das Geschäft mit Emissionen, Derivaten und Finanzinnovationen in der Führungsriege des Branchenprimus ein Übergewicht. Der 55-jährige Allianz -Vorstand ist Fusionsspezialist mit besonderer Vorliebe für komplexe Deals. Als ehemaliger Top-Banker des US-Geldhauses Goldman Sachs kennt er das Kapitalmarktgeschäft in- und auswendig. Daher geht unter einigen Arbeitnehmern und deutschen Aktionären bereits die Sorge vor einem Strategieschwenk der größten deutschen Bank um.

„Wir hoffen sehr, dass Achleitner für beide Seiten der Bank steht und integrierend wirkt“, sagt Klaus Nieding, Aktionärsvertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) warnt die Deutsche Bank davor, sich zukünftig noch stärker auf das Investmentgeschäft zu konzentrieren. "Ich gehe davon aus, dass sich die Großbanken, auch die Deutsche Bank, ihrer Verantwortung bewusst sind, und die Mittelstandsfinanzierung wieder stärker in den Mittelpunkt rücken", sagte Rösler dem Handelsblatt. Kleine und mittelständische Unternehmen seien das Herz der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland. "Ihre Kreditversorgung ist eine zentrale Aufgabe", sagte Rösler.

Eigentlich war die neue Machtbalance der Deutschen Bank in wochenlangen Gesprächen mühsam austariert worden. Mit dem Top-Investmentbanker Anshu Jain und Deutschland-Chef Jürgen Fitschen als Nachfolger von Vorstandschef Josef Ackermann sind die beiden Säulen - riskantes Kapitalmarktgeschäft und stabiles Privat- und Firmenkundengeschäft - ab Mitte 2012 in der Spitze vertreten. Zusätzlich sollte Ackermann dann als Aufsichtsratschef für Ausgleich sorgen.

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Arbeitnehmer fürchten falsche Machtverteilung

Kommentare zu " Aufsichtratschef Paul Achleitner: Deutsche Bank sucht eine neue Machtbalance"

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  • So ein Quatsch! Die deutsche Bank hat als einzige deutsche Privatbank keinen Heller vom Staat = Steuerzahler gewollt oder bekommen; und wem die Kunden ihr Geld anvertrauen, ist ja wohl ihre Sache ... nicht wahr?

  • Ist es richtig, wenn man alle Aktien der Deutschen Bank kaufen möchte 26 Mrd. bezahlen muss? Ist es richtig das die Deutsche Bank allein an die FED 66 Mrd. Euro Schulden hat?

  • Die Deutsche Bank sucht keine Machtbalance.

    Die Deutsche Bank sucht nach Möglichkeiten den Steuerzahler zu scrhöpfen und Privatanleger zu betrügen.

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