Aufsichtsrätin
Angeblich neuer Chef für Nokia Siemens Networks gesucht

Angeblich sucht Siemens nach einem neuen Chef für Nokia Siemens Networks. Das sagte zumindest Sibylle Wankel, die für die IG Metall im Aufsichtsrat sitzt. „Das ist kompletter Unsinn“, sagte ein Konzernsprecher von Nokia.
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MünchenSiemens sucht einer Aufsichtsrätin zufolge nach einem neuen Chef für Nokia Siemens Networks (NSN). „Ich weiß auch aus zahlreichen Gesprächen, dass Herr Kaeser schon lange händeringend nach einer Alternative sucht“, sagte Sibylle Wankel, die für die IG Metall im Siemens-Aufsichtsrat sitzt, am Freitag in München.

Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser ist bei dem Münchner Konzern für die Beteiligung NSN zuständig. Er wollte zu den Angaben Wankels keine Stellung nehmen. Die finnische Nokia trat indes entgegen: „Das ist kompletter Unsinn“, sagte ein Konzernsprecher.

Bislang führt Rajeev Suri den gemeinsamen Netzwerkbauer von Nokia und Siemens. Siemens hatte im vergangenen Jahr Ex-Infineon-Manager Marco Schröter als Finanzchef installiert und den einstigen Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo an der Spitze des NSN-Aufsichtsrats durch den Dänen Jesper Ovesen ersetzt. Siemens und NSN wollten zu der Äußerung keine Stellung nehmen, Nokia war zunächst nicht erreichbar.

Suri will das verlustträchtige Unternehmen mit einem drastischen Stellenabbau sanieren. Weltweit sollen 17.000 Stellen wegfallen, eine Viertel der Belegschaft. In Deutschland kappt NSN mit 2900 Arbeitsplätzen seinen Personalstand um ein Drittel und schließt die Deutschland-Zentrale in München.

Die Gewerkschaft will hart um die Jobs kämpfen und auch Siemens zur Verantwortung ziehen, sagte der bayerische IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler. „Die IG Metall wird sich an dieser Stelle mit Siemens anlegen. Es wird natürlich auch um die Verantwortung gehen. Der Kampf könne bis hin zum Streik gehen. „Dazu ist die IG Metall wild entschlossen. Aber die Mitarbeiter müssen auch mitmachen“, sagte der kampferprobte Gewerkschafter, der seinerzeit den langen Streik gegen die Schließung des Nürnberger AEG-Werks anführte. Wechsler räumte allerdings ein, dass der Anteil der IG-Metall-Mitglieder bei NSN gering sei.

Mit den Protesten wolle die Gewerkschaft den Erhalt der Stellen durchsetzen und nicht in erster Linie höhere Abfindungen für die Betroffenen erstreiten. „Es geht schon noch um die Arbeitsplätze und die Frage, wo die Zentrale ist“, sagte Wechsler. Gleichzeitig zielt er auch auf die Siemens-Konzernkasse. „Sie können sich nicht auch aus der finanziellen Verantwortung herausziehen“, sagte Wechsler.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Diesem Artikel kann ich nur zustimmen. Wie viel Wissen und Erfahrung sollen damit verloren gehen. Es kann nicht, dass in einem hochtechnologisierten Land keine Telekommunikation mehr entwickelt werden soll.

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