Aufsichtsrat-Chef Kley übernimmt zunächst Vorstandschefs
Aufsichtsrat schasst Infineon-Chef

Infineon-Chef Ulrich Schumacher hat überraschend seinen Chefsessel beim Halbleiterhersteller geräumt. Schumacher geht offenbar nicht freiwillig. Der Aufsichtsrat sprach sich nach Informationen aus dem Gremium in seiner gestrigen Sitzung geschlossen gegen den Manager aus.

HB MÜNCHEN. Der Aufsichtsrat habe von seinem Recht Gebrauch gemacht, seinen Vorsitzenden Max Dietrich Kley vorübergehend den Vorstandsvorsitz zu übertragen, teilte Infineon am Donnerstag in München mit. Zu den Gründen für den Rücktritt hält sich das Unternehmen bedeckt. Ein Sprecher bestätigte am Donnerstag lediglich auf Anfrage den Rücktritt Schumachers. Gründe für den Schritt wollte er jedoch nicht nennen. Kley war bis zum vergangenen Jahr Finanzvorstand beim Chemiekonzern BASF.

Analysten und Infineon-Beschäftigte zeigten sich völlig überrascht vom Abgang Schumachers. „Dafür gab es keine Anzeichen“, sagte ein Analyst der Hypo-Vereinsbank. In Aufsichtsratskreisen hieß es dagegen, man sei schon länger unzufrieden mit dem Manager gewesen. Vor allem seine selbstherrliche Art sei Schumacher zum Verhängnis geworden. Am Donnerstag tagte der Aufsichtsrat von halb zehn am Morgen bis gegen 16 Uhr. Dabei habe man eine gründliche Bestandsaufnahme gemacht, hieß es. Letztlich sei der 45-Jährige dann nicht mehr zu halten gewesen, verlautete aus den Kreisen. Einstimmig hätte sich das Gremium dafür entschieden, ihn abzulösen.

Nach Angaben der IG Metall war es auf der Sitzung zu einem heftigen Richtungsstreit gekommen. Dieser habe sich zu einer Generalabrechnung über die Strategie des Unternehmens in den vergangenen Jahren ausgeweitet, teilte die Gewerkschaft mit. Schumacher habe unter anderem eine wenig behutsame Personalpolitik und die rigide Auslagerung von Arbeitsplätzen betrieben. Daher sei sein Abtritt kaum zu bedauern. Nach Gewerkschaftsangaben habe es auch internen Streit im Vorstand über den richtigen Führungsstil gegeben, insbesondere mit Finanzvorstand Peter Fischl und Andreas von Zitzewitz. Der Technik-Vorstand galt bislang eigentlich als möglicher Nachfolger Schumachers. „Wir haben ganz klar die Hoffnung, dass sich mit dem neuen Chef einiges ändert“, sagte am Donnerstag ein Vertreter der IG Metall.

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