Aufsichtsrat soll bereits am Donnerstag zustimmen
Middelhoff wird neuer Karstadt-Quelle-Chef

Karstadt-Quelle-Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff wird überraschend an die Vorstandsspitze des angeschlagenen Essener Handelskonzerns wechseln. Das werde das Aufsichtsgremium heute beschließen, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen.

HB/cs DÜSSELDORF. Der ehemalige Bertelsmann-Chef wird damit Nachfolger von Christoph Achenbach, der vor wenigen Wochen nach nur elf Monaten den Chefposten geräumt hatte. Zuletzt koordinierte Finanzchef Harald Pinger übergangsweise die Vorstandsarbeit.

Über einen Wechsel von Middelhoff ins operative Geschäft war seit langem spekuliert worden. Er selbst hatte eine solche Absicht jedoch stets dementiert, zumal dem 52-Jährigen Erfahrungen im Einzelhandel fehlen. Als Aufsichtsratschef hatte er zuletzt über Headhunter nach einem Nachfolger für Achenbach suchen lassen – offenbar jedoch erfolglos.

Ein Unternehmenssprecher lehnte am Abend eine Stellungnahme zu dem Thema ab. Der Handelskonzern hat am späten Mittwochabend jedoch überraschend zu einer Pressekonferenz für den nächsten Tag eingeladen. Die Pressekonferenz werde um 13.30 Uhr im Düsseldorfer Kongresszentrum stattfinden, sagte am Abend ein Konzernsprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Zum Inhalt wollte er sich nicht äußern.

Der Warenhaus- und Versandhandelskonzern wollte am Donnerstagmorgen die Geschäftszahlen für das erste Quartal vorlegen. Der Vorstandsvorsitz des Essener Konzerns ist seit Anfang April vakant. Der promovierte Betriebswirt und frühere Bertelsmann-Chef Middelhoff gilt nicht als Handelsprofi. Der 52 Jahre alte Manager ist hauptamtlich als Partner der der Londoner Private- Equity-Gesellschaft „Investcorp“ tätig. Er soll ein enger Vertrauter der Karstadt-Großaktionärin Madeleine Schickedanz sein.

Der Essener Karstadt-Quelle-Konzern war wegen sinkender Umsätze ins Schlingern geraten und hatte ein hartes Sanierungskonzept veröffentlicht, das die Schließung vor allem kleinerer Häuser vorsieht. 2004 hatte sich der Online-Handel des Konzerns um elf Prozent auf 2,02 Mrd. € gesteigert. Er machte rund 15 % des Konzernumsatzes von 13,45 Mrd. € aus.

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