Aufsichtsrat stoppt Karriere von Wolfgang Bernhard
Einmal Sterne und zurück

Das geht wie mit einem Maschinengewehr, bang, bang, bang“, ist einer der meist zitierten Sätze von Wolfgang Bernhard. Gestern in New York macht es auch „bang“ – gegen den 43-Jährigen, der mit so viel Kompromisslosigkeit und Tempo neue Aufgaben angeht.

HB FRANKFURT. Der Aufsichtsrat hat’s gegeben, der Aufsichtsrat hat’s genommen: Erst im Februar hatte das Gremium den bisherigen Chrysler-Vize zum designierten Nachfolger von Mercedes-Chef Jürgen Hubbert auserkoren. Zehn Wochen später gab man bekannt, dass er dieses Amt nicht antreten wird. Bernhard hat sich anscheinend im Geschwindigkeitsrausch gründlich verschätzt – einmal Stern und zurück in zehn Wochen.

Und nach dem Affront des Aufsichtsrats gegen ihn ist auch klar: Der bisherige Zögling von Vorstandschef Jürgen Schrempp wird nicht mehr lange im Konzern bleiben.

Offiziell werden Meinungsverschiedenheiten zwischen Bernhard und Hubbert als Grund für die Demission genannt. Zwischen den beiden Managern soll es zu unüberbrückbaren Differenzen über die künftige Ausrichtung der Premiummarke gekommen sein.

Mag sein. Doch die Front verlief laut Unternehmenskreisen anders: Zum Verhängnis wurde dem als Kostenkiller verschrienen bisherigen Chrysler-Vize Bernhard anscheinend seine Kompromisslosigkeit. Nach dem Motto: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ plädierte er dafür, kein weiteres Geld in den angeschlagenen Partner Mitsubishi Motors zu stecken. Sein Fehler: Er stellte sich damit offen gegen seinen Ziehvater Schrempp. Dem schien durch die Meinungsverschiedenheiten um Mitsubishi im Vorstand und Aufsichtsrat zwar die Luft auszugehen, doch Bernhard hat Schrempp unterschätzt. Denn der Konzernchef, obwohl sein Traum von der Welt-AG wankt, hat Steherqualitäten. Der 43-Jährige Sprinter hatte gegen den 59-Jährigen Ausdauermanager letztlich keine Chance.

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