Aufsichtsrat-Studie
Ex-Bayer-Chef Schneider ist der Top-Verdiener

Der Aufsichtsrat eines Dax-Konzerns hat 2010 durchschnittlich 273.000 Euro kassiert. Manfred Schneider erhält das Vierfache, hält aber auch gleich vier Kontrollmandate. Am spendabelsten zeigt sich VW.
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Berlin592.800 Euro jährlich haben die Mitglieder des Aufsichtsrates von Volkswagen 2010 bekommen und liegen damit weiterhin an der Spitze dessen, was die 30 größten börsennotierten Unternehmen hierzulande für diese Kontrollaufgabe zahlen. An zweiter Stelle folgen die Aufsichtsräte des Siemens-Konzerns, der ihnen 513.400 Euro im Jahr bezahlte, wie eine am Mittwoch veröffentlichten Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ergab. Bei der Pharmafirma Merck, dem Schlusslicht der Liste, gab es immerhin 60.288 Euro pro Jahr für die Kontrolltätigkeit. Im Schnitt zahlen die 30 Dax-Unternehmen ihren Aufsichtsräten rund 273.000 Euro für ihre Aufgabe - gut 27 Prozent mehr als 2009.

Mächtigster Aufsichtsrat der Bundesrepublik bleibt der Studie zufolge Manfred Schneider, der ehemalige Chef des Chemiekonzerns Bayer. Er sitzt in vier Aufsichtsräten, bei dreien ist er Vorsitzender: bei Bayer, Linde und RWE. Schneider bekommt dafür laut DSW insgesamt rund 1,1 Millionen Euro. Siemens-Chefkontrolleur Gerhard Cromme, Vorsitzender des Aufsichtsrats auch von ThyssenKrupp und Mitglied im Aufsichtsrat der Allianz, folgt auf dem zweiten
Platz; er bekommt dafür insgesamt 915.000 Euro. Eine Frau taucht erst auf Platz 29 auf: Renate Köcher, Geschäftsführerin des Meinungsforschungsinstituts Allensbach, sitzt bei der Allianz, bei BMW und Infineon im Aufsichtsrat.

Die DSW legte ihre Studie zur Zusammensetzung und Vergütung von Aufsichtsräten bereits das vierte Mal vor. Dafür wertete sie Geschäftsberichte, die Internetseiten und die Unterlagen zu den Hauptversammlungen der Unternehmen aus. Ihrer Einschätzung zufolge hat der Stellenwert des Aufsichtsgremiums in den Jahren seit 2003 weiter zugenommen, Bundesregierung und EU-Kommission streben demnach mit Gesetzen und Vorschlägen danach, dass die Mitglieder der Kontrollgremien professioneller und unabhängiger werden.

Zudem sollen mehr Ausländer und Frauen in die Aufsichtsräte einziehen. Laut Studie kommen bereits 28 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder aus dem Ausland, meist aus Europa oder Nordamerika. Der Frauenanteil dagegen sei von dieser Zahl noch „weit entfernt“: Von 256 Posten, die die Anteilseigner der Unternehmen vergeben, werden demnach nur 28 Mandate von 25 Frauen gehalten.

Die Arbeitnehmerseite dazugenommen, steigt der Frauenanteil im Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank immerhin 35 Prozent. Bei Beiersdorf sind es demnach 33 Prozent, bei der Deutschen Post 30 Prozent. Bei Fresenius Medical Care und bei Heidelberg Cement sitzt - noch - keine einzige Frau im Kontrollgremium.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Aufsichtsrat-Studie: Ex-Bayer-Chef Schneider ist der Top-Verdiener"

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  • Nein, das lehren die Universitäten nicht - ehrbar zu sein! Die Professoren sind ja selbst ganz erfolgsgeile Typen, die alles tun, um den Job zu halten. Was da so alles an sinnlosen Bildungsausgaben vom Volksvermögen vernichtet wird, ist unglaublich.

  • Hehe! :-)

  • Die Dax-Konzerne sind zu Selbstbedienungsläden geworden für Manager und Aufsichtsräte. Was unseren selbsternannten Eliten ganz und gar fehlt ist Rechtschaffenheit. Es gab mal den Begriff des "ehrbaren Kaufmannes". Davon scheinen diese Herren kleinen blassen Schimmer zu haben.

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