Aufsichtsrat
Tui-Aktionär Fredriksen scheitert ein weiteres Mal

John Fredriksen, der streitbare Großaktionär von Tui, hat es erneut nicht geschafft, Vertreter in den Aufsichtsrat des Tourismuskonzerns zu entsenden. Geführt werden soll das Gremium ab Februar von ehemaligen Daimler-Vorstand. Er hat viel Erfahrung mit Russland - dem Markt, in dem Tui verstärkt wachsen will.
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HB MÜNCHEN. Der streitbare Tui-Großaktionär John Fredriksen ist erneut damit gescheitert, Vertreter in den Aufsichtsrat des Tourismuskonzerns zu entsenden. Das Kontrollgremium nominierte bei seiner Sitzung am Montag keinen Kandidaten als Vertreter für den Norweger, wie Tui im Anschluss an die Sitzung mitteilte.

Geführt werden soll das Gremium ab der Hauptversammlung am 9. Februar vom ehemaligen Daimler-Vorstand Klaus Mangold. Er löst den derzeitigen Aufsichtsratchef und ehemaligen RWE-Chef Dietmar Kuhnt ab. Der Streit um eine Vertretung Fredriksens im Aufsichtsrat tobt seit Jahren. Er hält 15 Prozent an dem Hannoveraner Unternehmen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus dem Lager von Tuis zweitgrößtem Anteilseigner erfahren hat, habe Fredriksen zwei Kandidaten vorgeschlagen. Diese seien in den Augen von Tui-Aufsichtsratchef Dietmar Kuhnt jedoch nicht geeignet gewesen, sagte ein Aufsichtsrat. Beide seien ausgewiesene Schifffahrtsexperten.

Tui will sich jedoch im nächsten Jahr von seiner Schifffahrtsbeteiligung Hapag-Lloyd trennen. "Eine fachliche Eignung in Sachen Tourismus fehlt den von Fredriksen vorgeschlagenen Kandidaten", fügte er hinzu. Der Konzern hatte auch in der Vergangenheit Forderung Fredriksens nach einem Einzug in das Kontrollgremium abgelehnt und das mit den verbalen Ausfällen des Norwegers und möglichen Interessenskonflikten begründet.

Mit Mangold als neuem Chefkontrolleur könnte Tui von dessen Expertise in Osteuropa profitieren. Mangold hatte sich als Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft für bessere Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland stark gemacht.

Tui will angesichts der langsam wachsenden Geschäfte im Heimatmarkt Deutschland verstärkt in Russland wachsen und ist dort über die Tochter TUI Travel am Moskauer Reiseveranstalter Mostravel beteiligt. Zudem ist der russische Investor Alexej Mordaschow größter Tui-Aktionär. Der Aufsichtsrat soll künftig statt aus 20 nur mehr aus 16 Mitgliedern bestehen. Sie sind ab der Hauptversammlung im Februar für eine Amtszeit von fünf Jahren bestellt.

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