Aufsichtsratschef plant Rücktritt
Ahold-Chef übt sich in Bescheidenheit

Beim niederländischen Einzelhandelskonzern Ahold brodelt es. Nach dem Buchführungs-Skandal und Kritik an den hohen Bezügen des Konzern-Chefs Moberg werden Konsequenzen gezogen.

HB AMSTERDAM/DEN HAAG. Der neue Vorstandschef des niederländischen Einzelhandelskonzerns Ahold, Anders Moberg, hat nach heftiger Kritik an der Höhe seiner Bezüge einer Neuregelung zugestimmt. Großaktionäre hatten in den vergangenen Wochen kritisiert, dass Vergütungen bis zehn Mill. € pro Jahr und eine großzügige Abfindung in gleicher Höhe beim Ausscheiden des schwedischen Managers zu hoch seien. Sie hatten den wegen eines Bilanzskandals in den USA in Probleme geratenen Konzern auch öffentlich unter Beschuss genommen.

Moberg erklärte, er sei besorgt über die in den Niederlanden geführte Debatte über sein Gehaltspaket. Er habe die Kritik wahrgenommen und werde entsprechend reagieren. Eine Umfrage unter 1200 Investoren zufolge hielten 90 % die Vergütung von Moberg für zu hoch.

Jetzt soll der Bonus, den Moberg neben seinem Gehalt erhält, an den Erfolg gekoppelt werden und nicht eine garantierte Höhe haben. Auch die Abfindung im Fall seines Ausscheidens soll nicht in garantierter Höhe gezahlt werden, sondern von den dann herrschenden Umständen bestimmt werden, kündigte Moberg selbst am Mittwoch an.

Aufsichtsratschef Henny de Ruiter, der wegen der Zustimmung zur Vergütungsregelung für Moberg ebenfalls kritisiert worden war, tritt bei der nächsten Ahold-Aktionärsversammlung im Oktober zurück, teilte das Unternehmen mit. Er hatte nach dem Ausscheiden des früheren Vorstandschefs Cees van der Hoeven wegen der Anfang des Jahres bekannt gewordenen Bilanzprobleme vorübergehend auch die Leitung des Konzerns übernommen. Als sein Nachfolger stehe laut Ahold Karel Vuursteen bereit.

Wie aus hohen Unternehmenskreisen verlautete, sollen bis auf Vuursteen, der frühere Chef des Braukonzerns Heineken, und Philips-Finanzchef Jan Hommen, auch alle übrigen Aufsichtsratsmitglieder ausgetauscht werden. Die Aufsichtsratsmitglieder seien während des Skandals alle an Bord gewesen. Jetzt solle nach Außen deutlich gemacht werden, dass auch sie ihren Teil Verantwortung trügen, verlautete aus den Kreisen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%