Aufsteiger des Jahres
Anshu Jain – der Geldmacher der Deutschen Bank

2010 wurde Anshu Jain die alleinige Verantwortung für das Investment-Banking der Deutschen Bank übertragen. Seither spielt er seine schwierigste Rolle: die als Favorit für die Nachfolge von Josef Ackermann.
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Anshu Jain ist Aufsteiger des Jahres 2010. Die Ehrung trifft keinen Unbekannten, sondern einen Mann, der schon im Oktober 2006 auf dem Titel eines großen Wirtschaftsmagazins als der „mächtigste Mann der Deutschen Bank“ dargestellt wurde und der im gleichen Jahr den zweiten Platz bei der Wahl der 100 einflussreichsten Investmentbanker in Europa beim angesehenen Londoner Finanzblatt „Financial News“ belegte. Wie kann man da noch aufsteigen?

Seitdem hat sich viel getan in der Welt, an vorderster Front eine Finanz- und Wirtschaftskrise gigantischen Ausmaßes. Um Anshu Jain war es recht still geworden in diesen turbulenten Zeiten, zumindest in der Öffentlichkeit, insbesondere in Deutschland.

Dass er seinen Geschäftsbereich aber gut durch die Krise geführt haben muss, kann man an zwei Dingen ablesen: Im vorigen Jahr wurde er in den Vorstand des größten deutschen Kreditinstituts berufen. Und in diesem Jahr bekam er die alleinige Verantwortung für das gesamte Corporate- und Investment-Banking der Deutschen Bank übertragen. Schon in den Jahren zuvor kannte sein Verantwortungsbereich nur eine Richtung: Er wurde Schritt für Schritt größer. Bei einem so auf das Ergebnis ausgerichteten Haus wie der Deutschen Bank ist das ein Beweis dafür, dass Jain stets die entsprechenden Leistungen erbracht hat. Er ist damit innerhalb der Bank der Aufsteiger des Jahres.

1995 kam Anshu Jain im Gefolge des legendären Investmentbankers Edson Mitchell zur Deutschen Bank. Einem größeren Personenkreis außerhalb des Investment-Bankings war er in der Bank in den ersten Jahren sicherlich nicht bekannt. Das änderte sich erstmals, als er Anfang 2001 nach dem tödlichen Unfall Mitchells einer der führenden Köpfe des Kapitalmarktgeschäfts der Deutschen Bank wurde. In dieser Hinsicht noch bedeutsamer war sein Eintritt in das oberste Managementteam der Deutschen Bank, das Group Executive Committee, im Jahr 2002.

Wer mit Jain ins Gespräch kommt, merkt schnell, wie präsent und welch leidenschaftlicher Diskutant er ist – nicht nur ein Schnellredner, sondern auch ein Schnelldenker mit beachtlicher Überzeugungskraft. Wenn die nicht ausreicht, kann er mit stoischer Selbstsicherheit auch auf stur schalten. Er ist ein Kämpfer für seine Position. Dabei hilft ihm sicher, dass er stets einen glasklaren Standpunkt einnimmt. Entscheidend bei seinem Urteil in bankstrategischen Fragen sind die Sicht des Kapitalmarktes und die Auswirkungen auf die Rentabilität der Bank.

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Kommentare zu " Aufsteiger des Jahres: Anshu Jain – der Geldmacher der Deutschen Bank"

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  • ich begrüße es das ein derart qualifizierter investmentbanker wie Anshu Jain für die DbK arbeitet und sich um den Finanzstandort D derart verdient macht .
    Die Prägung aber auf dieses Feld mit noch so hohen Verdiensten schafft nicht unbedingt das richtige image für die bank . Hier ist eher die Führungs- und integrationsfigur gefragt . Manchmal ist die zweite Reihe daher die bessere für gute und sogar besser bezahlte Geschäfte als die Chefposition . Wie empfindlich die Menschen (pot. Kunden) auf das image reagieren zeigte sich nach dem berühmten V-Zeichen . Eine berufung oder Nichtberufung auf die Sprecherposition wird das Ego des Anshu Jain daher nicht antasten (Zen) weil er ohnehin genau weiss was er für die bank leistet und was er dafür an Anerkennung erhält. Auf diesem Wege erreicht ihn auch meine Anerkennung !

  • ... und Schnellzocker mit Profiten jenseits der 25.
    Und ich dachte, der Vogel wäre schon längst in die weite Welt geflogen.
    Es wird Zeit, daß Herr Ackermann aufwacht.
    RiEN NE VAS PLUS.

  • "Herbert Walter,...war von 2003 bis 2008 Chef der Dresdner bank...". Damit hat sich der Autor des Artikels aus Sicht des deutschen Steuerzahlers wahrlich "verdient" gemacht. Mit den diesbezüglichen Aufräumarbeiten aus dem Sanierungsfall Dresdner bank ist man ja derzeit bei der übernehmenden teilverstaatlichten Commerzbank beschäftigt.

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