August Hanning
Job mit Nebenwirkungen

Der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes BND spielt nun im Vorsitz des Beirates der Wirtschaftsdetektei Prevent die Führungsrolle. Dabei berät er auch die Spürnasen der Skandalbank HSH.
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BERLIN/FRANKFURT. Im Geschäft ist es wie im Leben: Es gibt glückliche Verbindungen und weniger glückliche. Die Verbindung zwischen der affärenerprobten HSH Nordbank und der Wirtschaftsdetektei Prevent zählt aus heutiger Sicht zu den weniger glücklichen. Sie wurde nach Handelsblatt-Informationen aus Hamburger Finanzkreisen Ende vergangener Woche endgültig gekündigt. Die Verbindung von August Hanning mit Prevent ist vor diesem Hintergrund auch eine, die in den wenigen Wochen ihres Bestehens womöglich schon bessere Tage erlebt hat.

Der 64-jährige ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND) und spätere Staatssekretär im Innenministerium ist seit Juli Vorsitzender eines dreiköpfigen Fachbeirats des Unternehmens, das sich auf die Abwehr von Wirtschaftskriminalität spezialisiert hat. "Sicherheit in Deutschland kann nicht nur eine staatliche Aufgabe sein. Wirtschaftsspionage ist ein großes Thema. Der Kampf dagegen kann nicht vom staatlichen Bereich allein geleistet werden. Ich habe mich deswegen entschieden, die führende Funktion im Beirat der Prevent AG zu übernehmen", beschreibt Hanning dem Handelsblatt seine Motivlage für diesen Schritt.

Der parteilose Jurist gilt als einer der führenden internationalen Sicherheitsexperten. Im November 2009 wurde er von Bundesinnenminister Thomas de Maizière in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Der als Softliner geltende de Maizière mochte den als Hardliner bekannten Hanning von Anfang an nicht besonders. Der CDU-Politiker kannte ihn bereits seit Jahren als Kanzleramtschef aus der Sicherheitslage, die einmal wöchentlich stattfindet. Hanning, Spitzname "die Terrorwarnmaschine", baute in der Amtszeit des früheren Innenministers nicht nur den bundesdeutschen Sicherheitsapparats um. Der Westfale orakelte ausdauernd öffentlich von der terroristischen Bedrohung. De Maizière tut das nicht und stoppte ihn.

Hanning, die graue Eminenz

Im Innenministerium galt Hanning als "graue Eminenz", die sich neben Wolfgang Schäuble ein eigenes Reich aufgebaut hatte. "Ein System im System", hieß es immer wieder kritisch. Schäubles Nachfolger im Amt machte diesem System ein Ende. Die Sicherheitsbranche hofierte ihn daraufhin. Als der BND im März dieses Jahres zum Richtfest für seine neue Zentrale in Berlin einlud, kam auch Hanning und wurde gar nicht mit dem Händeschütteln fertig.

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