Aus gescheiterten Outsourcing-Projekten haben Manager gelernt, dass schon die kleinsten Details im ersten Vertrag kriegsentscheidend sind
Das blinde Vertrauen ist vorbei

Von Resignation keine Spur, trotz der Meldungen über massenhaft gescheiterte Outsourcing-Projekte. Dienstleister wie IBM, EDS und T-Systems, die Unternehmen das Auslagern von Aufgaben ermöglichen, feiern weiter Erfolge. Ihr Geschäft soll auch in Zukunft zweistellig wachsen, erwarten die Marktforscher von Gartner und IDC.

HB DÜSSELDORF. Der Grund: Viele Manager haben sich nur vordergründig dem Kostenssenken verschrieben. In Wahrheit halten sie Outsourcing für das ideale Mittel, sich ihrer Probleme mit Kosten und Organisation zu entledigen und – vor allen Dingen – ihre eigene Position zu sichern. Wer wird ihnen schon eine Strategie vorwerfen, die aussieht wie der Joker schlechthin und obendrein zum Massenphänomen avanciert ist?

In die Outsourcing-Jubelstimmung der vergangenen Jahre haben sich zuletzt immer öfter Molltöne gemischt. Die großen Anbieter versprachen ihren Kunden vollmundig Einsparungen bis zu 30 Prozent. Doch allzu oft konnten die Dienstleister ihre Zusagen nicht halten, manchmal waren die IT-Leistungen nach dem Auslagern teurer als zuvor. Von gesunkener Qualität ganz zu schweigen.

Die Folge der Katerstimmung: Ein neuer Pragmatismus verändert den Markt jetzt radikal. Das Volumen einzelner Outsourcing-Verträge sinkt kontinuierlich, belegen Zahlen des Marktforschers Gartner. Großaufträge über mehrere hundert Millionen Euro, mit denen Dienstleister den kompletten IT-Service eines Unternehmens für viele Jahre übernehmen, werden zum Auslaufmodell. Die Firmen vergeben an die Outsourcing-Dienstleister neuerdings lieber kleine Aufträge, deren Erfolg sie auch einfacher überprüfen können.

Viele Manager haben aus ihren Fehlern gelernt. Heute wissen sie: Outsourcing ist nur dann erfolgreich, wenn im Vertrag mit dem Dienstleister jedes Detail geregelt ist. Wer Lücken im Vertrag durchgehen lässt, muss später dafür teuer bezahlen. Ihr Augenmerk richten die Unternehmenslenker deshalb auf drei Punkte. Die Leistung des Dienstleisters muss stimmen, der Vertrag muss flexibel sein, und eine spätere Änderung der Leistungen darf nicht die Kosten hoch treiben.

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