Ausbildung und Berufsziel
Die Qual der Wahl

Verkürzung der Schulzeit, straffe Bachelor-Studiengänge, Fachkräftemangel: Jugendliche werden immer früher mit der Frage nach Ausbildung und Berufswunsch konfrontiert. Umso wichtiger wird die richtige Beratung.
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Düsseldorf„Was willst Du eigentlich mal werden?“ Dieser essenziellen Frage muss sich wahrscheinlich jeder Mensch im Laufe seines Lebens stellen. In der Moderne ist diese Problemstellung jedoch nicht weniger komplex geworden, im Gegenteil. Zwar ist die Zahl der Ausbildungsberufe seit den 1970er Jahren auf mittlerweile 345 gesunken, die Zahl der möglichen Studiengänge in Deutschland liegt aktuell jenseits der 6.000.

Selbst für Experten ist es schwierig, den Überblick über den gesamten Markt zu haben. Für einen jungen Erwachsenen, sei sie oder er nun 13, 16 oder 20 Jahre alt, ist es ohne Hilfe ein Ding der Unmöglichkeit.

Unentschlossenheit und Indifferenz sind jedoch im Verlauf der beruflichen Laufbahn nicht nur ein Problem für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber und Hochschulen. Rund ein Viertel aller Auszubildenden bricht die Ausbildung ab, fast ein Drittel der Studierenden das Studium. Welchen volkswirtschaftlichen Schaden mangelnde Produktivität und Folgeerkrankungen aufgrund von Frustration über die eigene berufliche Situation anrichten, kann nur gemutmaßt werden. Klar ist, dass es bei der Weichenstellung für die Karriere nicht um Schnellschüsse geht – aber auch nicht um kerzengerade Verläufe.

Die Empfehlung, sich möglichst frühzeitig und stichhaltig um das Thema Berufswahl zu kümmern, ist nicht neu. Die Bundesagentur für Arbeit, IHKs und Handwerk betonen regelmäßig wie wichtig das zeitige Kümmern ist, die Berufsorientierung in der Schule schon länger Pflicht. Tatsächlich besteht für Jugendliche und Erwachsene laut Sozialgesetzbuch (§29 SGB III) ein Rechtsanspruch auf entsprechende Beratung.

Zwei junge Menschen, die sich gut beraten fühlen, sind Philipp Verstege aus Recklinghausen und Felix Lücking aus Löhne, beide 17 Jahre alt und kurz vor dem Abitur. „Ich war relativ unentschlossen“, gibt Verstege zu. Über eine Schulveranstaltung führte ihn der Weg bis zu den Studienfeldbezogenen Beratungstests. Der wird für sechs Studienfelder angeboten, zwei davon hatte Verstege im Vorfeld ausgeschlossen. Es folgten Multiple Choice Test, zwei Stunden pro Studienfeld. „Am Ende folgte eine abschließende Gesamtauswertung“, sagt der Schüler. Eine klare Empfehlung gab es nicht, die Entscheidung liegt nach wie vor bei ihm selbst.

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