Ausgründungen
Wie große Konzerne ihre jungen Ideen schützen

Start-ups innerhalb großer Konzerne sind wieder im Kommen. Für neue Ideen, die noch nicht zum Kerngeschäft gehören, schaffen immer mehr Unternehmen eigenen Ausgründungen, um das junge Pflänzchen vor den Korsett des großen Konzerns zu schützen.

LEVERKUSEN. Der rund 340 Hektar große Bayer-Chemiepark in Leverkusen steht auf den ersten Blick für das, was einst als "Old Economy" verschmäht wurde: Es raucht aus langen Schornsteinen, ein Wirrwarr aus Metallrohren transportiert Chemikalien. Es riecht nach Schwerindustrie und klingt nach Massenproduktion.

In Gebäude D201 sind ganz andere Töne zu hören: Dort reden die Mitarbeiter von "neuem Spirit", von "Start-up" und einem "speziellen Unternehmens-Virus". In D201 rüstet sich derzeit die neu gegründete Lyttron GmbH für die Vermarktung einer neuen Technologie: flexible Folien, die auf ganzer Fläche leuchten und dazu noch geknickt werden können, ohne Schaden zu nehmen.

Die Idee für die Innovation stammt aus dem "New Business"-Labor von Bayer Material Science (BMS), dem Kunststoffspezialisten der Bayer-Gruppe, der in vierzig Ländern vertreten ist und 2005 einen Umsatz von 10,7 Mrd. Euro erwirtschaftete. Doch statt die mächtige Organisation von BMS zu nutzen, um die Leuchtfolie weiterzuentwickeln und zu vermarkten, entschieden sich die Bayer-Manager erstmals für die Gründung eines Jungunternehmens - und gehen damit einen neuen Weg im Innovationsmanagement.

Start-ups innerhalb großer Konzerne sind wieder im Kommen, beobachtet Oliver Gassmann, Professor am Institut für Technologiemanagement der Universität St. Gallen (siehe unteren Bericht). Nach dem Platzen der "New Economy"-Blase 2001 waren viele Konzerne vorsichtig mit dem so genannten Corporate Venturing geworden, also der Ausgründung junger Firmen oder der Beteiligung an ihnen.

Bei Lyttron fing alles mit einer Damenhandtasche an. Keiner ganz normalen, denn das Täschchen der Marke Bree hat innen eine Folie, die batteriebetrieben Licht ins Dunkel bringt. Nur wenige Taschen wurden hergestellt, es war anfangs mehr ein Demonstrationsobjekt dessen, was sich die Forschungseinheit "New Business" so ausdenkt. Doch die Reaktion überraschte: "Wir bekamen haufenweise Anfragen", berichtet Thilo Werners, -J. der heutige Lyttron-Chef.

Seite 1:

Wie große Konzerne ihre jungen Ideen schützen

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%