Auslandseinsatz kann auch zum Karriereknick führen
Firmen schicken weniger Mitarbeiter ins Ausland

Deutsche Firmen haben einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zufolge bei längeren Auslandseinsätzen ihrer Mitarbeiter den Rotstift angesetzt.

HB/dpa STUTTGART. Knapp ein Drittel der 120 befragten Personalchefs gab an, wegen des starken Kostendrucks bis Jahresende weniger Mitarbeiter zur Betreuung von Projekten ins Ausland zu schicken. 54 % der Manager wollen versuchen, immerhin den Stand des Vorjahres zu halten.

„Erst wenn die Wirtschaftslage sich wieder nachhaltig verbessert, wird die Zahl der Entsendungen wieder deutlich steigen“, sagte der Leiter des Bereichs Human Capital bei Ernst & Young, Mark Smith, am Donnerstag in Stuttgart. Viele Unternehmen hätten inzwischen das Einsparpotenzial von Auslandsentsendungen entdeckt. Ein verheirateter Mitarbeiter mit Kindern koste den Arbeitgeber bei einem einjährigen Projekteinsatz in New York oder Tokio 250 000 statt 75 000 €.

Zu den bevorzugten Entsendungszielen zählen mit 71 % die EU-Staaten. In die USA werden 58 % und in den Raum Pazifik/Asien 35 % der Außendienstler geschickt. Mehr als die Hälfte der Betroffenen bleibt im Schnitt ein bis drei Jahre vor Ort. Bei der anschließenden Rückkehr an den deutschen Stammsitz ihrer Firma berichten 25 % von erheblichen Problemen: Der Auslandseinsatz habe sich rückblickend eher als Karriereknick entpuppt.

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