Auslieferung
Mutmaßlicher Treuhand-Betrüger gefasst

Nach Jahren der Flucht ist der mutmaßliche Treuhand-Betrüger Michael Rottmann in London festgesetzt worden. Nun steht die Auslieferung für den einstigen Manager der Deutschen Babcock AG an.

HB BERLIN. Der 66-Jährige soll noch heute nach Berlin geflogen werden, wo ihn sein Strafprozess erwartet. Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Berliner Kuriers". Der frühere Manager der Deutschen Babcock AG soll Anfang der 90er Jahre das Ost-Berliner Unternehmen Wärmeanlagenbau (WBB) für 2 Millionen D-Mark von der Treuhand gekauft und "ausgeweidet" haben, bis es 1994 bankrott war.

Er steht im Verdacht, der WBB bis zu 150 Millionen D-Mark entzogen zu haben. Rottmann war nach der WBB-Pleite verschwunden. Erst im Jahr 2000 stellten ihn Zielfahnder in England. Er blieb wegen eines komplizierten Auslieferungsverfahrens lange auf freiem Fuß, musste sich aber regelmäßig bei der Polizei melden.

In dem Fall waren bereits vor acht Jahren zwei ehemalige WBB- Geschäftsführer vom Berliner Landgericht verurteilt worden. Es war einer der größten Prozesse um Vereinigungskriminalität nach dem Ende der DDR gewesen. Das Landgericht bezeichnete Rottmann damals als Hauptakteur des kriminellen Geschehens, der sich der deutschen Justiz aber entzogen habe. Schon 1999 hatte ein damals 51-jähriger Jurist aus Bayern drei Jahre Haft wegen Verschiebungen von Millionensummen erhalten. Auch er gehörte zum Kreis der von der Treuhand eingesetzten Geschäftsführer der WBB.

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