Außergewöhnliche Manager
Was Manager von Steve Jobs lernen können

Amazon, Apple, Microsoft: Mitarbeiter bei Internetkonzernen haben es schwer. Chefs wie Steve Jobs und Jeff Bezos gelten als Menschenschinder – und dennoch werden sie von vielen Angestellten geliebt. Wie machen sie das?
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DüsseldorfDie Szene spielt im sonnigen Palm Springs. Walter Isaacson, der detailversessene Biograph von Steve Jobs hat sie in seinem Buch minutiös festgehalten. Im Januar 2010 ist das iPad fertig und James Vincent, der völlig überarbeitete Werbechef von Apple will mit seiner Familie ein Wochenende ausspannen.

Kurz nach seiner Ankunft in Palm Spring erhält er einen Anruf von Jobs. „Deine Werbespots sind mies“, brüllt ihn der Apple-Chef durchs Handy an. „Das iPad revolutioniert die Welt. Was Du mir geliefert hast, ist Kinderkram.“ „Was willst Du?“, erwiderte Vincent. „Du warst nicht in der Lage zu sagen, was Du willst.“ Jobs darauf noch lauter: „Du musst mir einfach irgendetwas zeigen und ich werde es wissen, wenn ich es sehe!“

Jobs der Despot? Jeder der Steve Jobs gekannt hat, berichtet davon, dass sich in der Person des Apple-Gründers Genie und Tyrann vereinigt hatten – ja fast einander bedingten: Nur das tyrannische Einfordern von Höchstleistungen machte den Erfolg von Apple möglich.

Auf der anderen Seite ist Apple als das Unternehmen bekannt, das so ziemlich alles feiert. Auch diese Seite trug Jobs in sich. Er schuf kleine, produktfixierte Teams, in denen sich die Mitarbeiter gegenseitig nicht im Stich lassen wollten und angesichts des immensen Drucks umso stärker zusammenhielten.

Und für die gesamte Apple-Truppe kultivierte er den Zusammenhalt mit scheinbar kindischen Aktionen wie der Piraten-Idee: Auf einem Betriebsausflug bekamen die Mitarbeiter T-Shirts mit dem Aufdruck: „Why join the navy if you can be a pirate?“ Also bitte nicht wie alle anderen arbeiten und denken, sondern wie ein „Pirat“.

So wollte Jobs eine Verbindung zwischen seinen Leuten schaffen. Und eine Marke kreieren, die den Aufstand zum System machte. Allerdings den inszenierten Aufstand nach außen, keinesfalls die Revolution nach innen – was auch funktioniert: Immerhin hatte Apple über Jahre hinweg trotz der Marotten von Steve Jobs eine extrem kleine Abwanderungsrate.

Dabei sind Probleme mit dem Chef Kündigungsgrund Nummer eins. Top-Berater wie Martin Wehrle schreiben Sätze wie: „Viele Chefs führen ihr Auto besser als ihre Mitarbeiter. Kein Wunder, das eine haben sie gelernt, das andere nicht.“ (Die Geheimnisse der Chefs, Orell Füssli Verlag, 2012).

Jobs hatte auch nicht das Führen gelernt, aber er hatte einen Blick für Talente. Biograph Isaacson beschreibt die Szene, als Jobs Entwickler für eine neue graphische Benutzeroberfläche suchte. Das Bewerbungsgespräch mit einem nervösen jungen Mann verläuft schlecht. Später am Tag trifft Jobs den durchgefallenen Kandidaten in der Kantine.

Kommentare zu " Außergewöhnliche Manager: Was Manager von Steve Jobs lernen können"

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  • Je enger Vorschriften werden, desto weniger Kreativität wird frei. Da nur wenige Top-Manager selbst kreativ sind - da war Jobs die Ausnahme, wie es nur wenige gibt - wir ein so 'tyrannisch' geführtes Unternehmen eher unter gehen als Großes zu vollbringen.

    Ich gehe nicht davon aus, dass Nokia tyrannisch geführt wird. Aber mehr Freiheit und weniger enge Führung hätte Nokia vielleicht in die Lage versetzt, 'Neues' zu entwickeln - statt immer nur produktiver (enge Führung) zu werden. Wie wir sehen, hilft das alleine nicht!

    Nur bei einem bestehenden, florierenden Geschäftsmodell ist eine enge Führung gut für mehr Profit. Solche Zeiten gehen aber vorbei. Produkte und Service müssen dann erneuert und verbessert werden. Solches kommt aus 'der Mitte' aber nur nach oben, wenn kein Tyrann am Ruder ist.

  • Hinter jedem Reichtum steckt nunmal ein Stück Verbrechen - doch immer wieder, sicherlich nicht nur, aber erkennbar!

  • Um den Erfolgreichen scharen sich viele Parasiten.

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