Auto-Branchenverband
Ex-BMW-Chef Panke will VDA-Chefposten nicht

Der Autobranchenverband VDA hat sich bei seiner Suche nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Präsidenten Bernd Gottschalk den ersten Korb geholt: Helmut Panke, einst erfolgreicher Chef von BMW, gibt zu verstehen, dass er kein Interesse hat.

HB FRANKFURT. „Panke hat abgewunken, der hat andere Pläne“, sagte eine mit Pankes Entscheidung vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Eine gleichlautende Meldung brachte die Deutsche Presse-Agentur. In Branchenkreisen waren Panke die besten Chancen auf die Führung des mächtigen Verbandes eingeräumt worden. Panke war im vergangenen August als BMW-Chef ausgeschieden, nachdem er 60 Jahre alt geworden war. Der Aufsichtsrat hatte seinem Wunsch nicht entsprochen, trotz des Erreichen dieses firmeninternen Rentenalters von Vorstandschefs weitermachen zu dürfen.

Als weitere mögliche Kandidaten für den Verbandsposten werden andere ehemalige Spitzenmanager der deutschen Autoindustrie wie Bernd Pischetsrieder (VW) oder Jürgen Hubbert (Daimler-Chrysler) gehandelt. Die Deutsche Umwelthilfe brachte am Montag den früheren VW-Vorstand Daniel Goeudevert ins Gespräch. Er hatte in den 90er Jahren als Querdenker gegolten, seine ökologischen Automobilkonzepte aber nicht durchsetzen können.

Offiziell hatte der VDA keinen Grund für Gottschalks Demission genannt. In Branchenkreisen heißt es aber, dass viele große Hersteller äußerst unzufrieden mit der Verbandsarbeit in der Klimaschutz-Debatte waren und dem 63-Jährigen zu zögerlicheres Vorgehen vorgeworfen hatten. Vor allem den deutschen Premium-Autobauern BMW, Mercedes, Porsche und Audi fällt es schwer, die in einer Selbstverpflichtung der Branche versprochene Senkung des Kohlendioxidausstoßes auf 140 Gramm pro Kilometer Fahrt im Flottendurchschnitt zu erreichen. Grund sind ihre großen Modelle. Dass die deutschen Marken zu den Technologieführern auch in der Umwelttechnik zählen, ging in der Debatte oft unter.

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