Autobauer-Urenkel Ein Porsche packt aus

Er hat Milliarden geerbt, trägt einen großen Namen und will nichts mit Autos zu tun haben: Peter Daniell Porsche. Heute veröffentlicht er seine Biografie und rechnet darin auch mit seinem Onkel Ferdinand Piëch ab.
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Professor Ferdinand Porsche, der Konstrukteur des erfolgreichen Kleinwagens VW Käfer, auf einer Versuchsfahrt in den österreichischen Bergen im Jahr 1939. Der Urenkel legt sein Buch über das Familienleben vor. Quelle: dpa

Professor Ferdinand Porsche, der Konstrukteur des erfolgreichen Kleinwagens VW Käfer, auf einer Versuchsfahrt in den österreichischen Bergen im Jahr 1939. Der Urenkel legt sein Buch über das Familienleben vor.

(Foto: dpa)

DüsseldorfGeld braucht Peter Daniell Porsche bestimmt nicht. Der Urenkel des Käfer-Erfinders Ferdinand Porsche hat Milliarden geerbt. Es muss also andere Gründe geben, warum er seine Biografie geschrieben hat. Als Leser fragt man sich schon, was ihn zu seinem Buch „Es gibt noch mehr im Leben, als Autos zu bauen“ getrieben hat.

Denn eigentlich liebt Peter Daniell Porsche Autos. Schon als kleiner Junge hat er den Audi aus der Garage seines Vaters bugsiert. Der 38-Jährige ist ein Technik-Fan. Trotzdem stand für den Mann, dem zu einem Achtel die Firma Porsche gehört, schon seit der Schulzeit fest, dass er keine Karriere im eigenen Konzern machen wollte. Er wollte lieber die Welt auf anderem Weg bereichern. So spendet er der Paracelsus Schule in St. Jakob am Thurn jährlich 600.000 Euro – eine Institution, die sich um schwer erziehbare Kinder kümmert. „Seelenpflegebürftig“ nennt er sie.

Sein Vater Hans Peter hat ihn nie zu einer Entscheidung gedrängt; dafür bedankt sich Porsche mehrfach in seinem Buch. Vielmehr konnte Peter Daniell seinen Neigungen und Interessen nachgehen. Und so wurde er Waldorfpädagoge und Musiktherapeut.

Schon als Junge lebt er in zwei Welten. Da ist der väterliche Zweig der Familie: die Porsches – gesegnet mit Geld, Respekt, aber auch großer Verantwortung. Und auf der anderen Seite die bäuerlich-pragmatische Mutter mit dem zupackenden Opa. „So etwas hätte es bei den Eltern meines Vaters nie gegeben“, schreibt Porsche bei alltäglichen Begebenheiten.

Der Vater von vier Kindern hasst laut eigener Aussage Arroganz und Geltungsdang. Und das führt den Leser der Biografie unweigerlich weg von seiner Person hin zum Familienleben. Wie geht es denn nun zu zwischen den Porsches und Piëchs – früher wie heute?! Das Buch gibt erstaunlich ehrlich Antworten. Nicht alles wird erzählt, aber mehr kann man wohl kaum erwarten.

Deutlich wird, dass Peter Daniell Porsche den VW-Patriarchen Ferdinand Piëch zwar respektiert, aber nicht besonders mag. Es ist ein wenig das Duell von Machtmensch gegen Weltverbesserer. Der Harte gegen den Weichen.

Porsche schreibt: „Ich stehe hinter der Firma, auch wenn ich mit meiner Dividende soziale Projekte fördere.“ Ihm sei aber „vollkommen klar“, dass Piëch dieses soziale Engagement „nicht nur befürwortet“. Es entspräche nicht seiner Vorgehensweise im Umgang mit Vermögen. „Er hätte sicher keine derartige Schule gebaut.“ Für Porsche hat ein Unternehmen eine soziale Verantwortung und muss nicht „das Letzte aus den Mitarbeitern herausholen“. Und diese Denkweise spricht er Piëch ab.

„Wenn ich etwas negativ sehe, dann Piëchs Lust an der Macht“
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14 Kommentare zu "Autobauer-Urenkel: Ein Porsche packt aus"

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  • Könnte er. Der Wohltäter ist dennoch der, der das Geld erarbeitet und nicht der, der es verschenkt. Ohne das, was er mehr oder weniger unterschwellig kritisiert, hätte er nämlich nichts zu verschenken. Alles klar?

  • Da nun aber das Geld schon mal da, sprich erarbeitet wurde, könnte Daniel genauso, wieviele andere Erben auch, sich einfach ein süßes Leben machen und ansonsten geizig mit seinem Vermögen sein! Alles klar?

  • Ich habe mir aufgrund des Artikels das Buch gleich bestellt. Denn ich finde auch, dass man sich nur durch dessen Kenntnis ein begründetes Urteil über die dargestellten menschlichen Beziehungen bilden kann. Dank an das "Handelsblatt" für den Bericht. Besonders interessiert mich nun, wie ein Musiktherapeut, der sich vermutlich sehr gut in dem Industriellenmilieu auskennt, die darin agierenden Menschen beschreibt. Und das mit einer therapeutischen Gesinnung. Schon aus diesem Grund müsste das Buch Seltenheitswert haben.

  • Offensichtlich hat dieser jemand, der so etwas über Hr. Porsche schreibt keine Ahnung! Gibt aber kräftig unsachgemäße Kommentare wie (undankbar, nichts für seinen Lebensunterhalt getan...)ab.
    Bevor man urteilt, sollte man sich das Buch mal erst mal durchlesen um wirklich eine Meinung abgeben zu können.
    Aber aufgrund eines Presseartikels so etwas zu schreiben finde ich etwas Armselig.
    Daniell Porsche ist eben ein offener und ehrlicher Mensch der sich einfach von jemandem der vielleicht etwas mehr Macht hat nicht einschüchtern lässt.

  • "Und was hat Daniel Porsche jemals für seinen Lebensunterhalt getan? Nichts." Stimmt nicht, Herr Porsche hat einen Beruf (wird in dem Artikel auch erwähnt) und übt den auch aus (steht dort zwar nicht explizit, ist aber so). Und das jemand nichts mit Autobau beruflich zu tun haben will, bleibt wohl jedem selbst überlassen.

  • Was ein undankbarer Mensch dieser Daniel Porsche ist. Dr. Piëch hat damals die Rennwägen 917 bei Porsche entwickelt die bei Le Mans alles gewannen und die Ära Porsche einleiteten. Ohne Dr. Piëch wäre VW insolvent. Fahrzeuge von Audi wollte vor Piëch auch keiner kaufen. Ferdinand Piëch hat sehr viel VW bewegt und hunderttausende Jobs erhalten und viele neu geschaffen.

    Auch Ferdinand Piëch hätte in seinem Leben keinen Finger rühren müssen. Er hat aber hart gearbeitet.

    Und was hat Daniel Porsche jemals für seinen Lebensunterhalt getan? Nichts. Und was hat Daniel Porsche jemals für das Familienunternehmen getan? Nichts. Kassiert die Früchte der Arbeit von Piëch und beschwert sich auch noch.

    Kein Wunder das bei so undankbaren Verwandten Ferdinand Piëch seine ganzen Anteile nicht vererbt sondern in eine Stiftung einbringt.

  • Keine Ahnung wieviel er wirklich hat & spendet, aber da das Thema im Artikel angesprochen wurde: für einen Milliardär, sofern er einer ist, sind 600tsd EUR im Jahr ein Witz. Natürlich ist das besser als nichts, hoffentlich gibt er noch ein paar EUR mehr aus für wohltätige Zweck als das bisschen. Dann wäre er wirklich ein Vorbild- vielleicht ist er es?

  • Wenn ich derart außergewöhnlich reich bin kann ich auch großzügig sein (insbesondere, wenn ich nichts dafür getan habe!)
    Dies ist keine Neidaussage!

  • geerbt hat er wohl eher Millionen; erst durch die Handlungen von Wiedeking und Härter sind daraus zuletzt Milliarden geworden

  • Und wieder klingt an: "Dem Gründer folgt der Verwalter, dem Verwalter folgt der Philosoph".

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