Autobauer-Urenkel
Ein Porsche packt aus

Er hat Milliarden geerbt, trägt einen großen Namen und will nichts mit Autos zu tun haben: Peter Daniell Porsche. Heute veröffentlicht er seine Biografie und rechnet darin auch mit seinem Onkel Ferdinand Piëch ab.
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DüsseldorfGeld braucht Peter Daniell Porsche bestimmt nicht. Der Urenkel des Käfer-Erfinders Ferdinand Porsche hat Milliarden geerbt. Es muss also andere Gründe geben, warum er seine Biografie geschrieben hat. Als Leser fragt man sich schon, was ihn zu seinem Buch „Es gibt noch mehr im Leben, als Autos zu bauen“ getrieben hat.

Denn eigentlich liebt Peter Daniell Porsche Autos. Schon als kleiner Junge hat er den Audi aus der Garage seines Vaters bugsiert. Der 38-Jährige ist ein Technik-Fan. Trotzdem stand für den Mann, dem zu einem Achtel die Firma Porsche gehört, schon seit der Schulzeit fest, dass er keine Karriere im eigenen Konzern machen wollte. Er wollte lieber die Welt auf anderem Weg bereichern. So spendet er der Paracelsus Schule in St. Jakob am Thurn jährlich 600.000 Euro – eine Institution, die sich um schwer erziehbare Kinder kümmert. „Seelenpflegebürftig“ nennt er sie.

Sein Vater Hans Peter hat ihn nie zu einer Entscheidung gedrängt; dafür bedankt sich Porsche mehrfach in seinem Buch. Vielmehr konnte Peter Daniell seinen Neigungen und Interessen nachgehen. Und so wurde er Waldorfpädagoge und Musiktherapeut.

Schon als Junge lebt er in zwei Welten. Da ist der väterliche Zweig der Familie: die Porsches – gesegnet mit Geld, Respekt, aber auch großer Verantwortung. Und auf der anderen Seite die bäuerlich-pragmatische Mutter mit dem zupackenden Opa. „So etwas hätte es bei den Eltern meines Vaters nie gegeben“, schreibt Porsche bei alltäglichen Begebenheiten.

Der Vater von vier Kindern hasst laut eigener Aussage Arroganz und Geltungsdang. Und das führt den Leser der Biografie unweigerlich weg von seiner Person hin zum Familienleben. Wie geht es denn nun zu zwischen den Porsches und Piëchs – früher wie heute?! Das Buch gibt erstaunlich ehrlich Antworten. Nicht alles wird erzählt, aber mehr kann man wohl kaum erwarten.

Deutlich wird, dass Peter Daniell Porsche den VW-Patriarchen Ferdinand Piëch zwar respektiert, aber nicht besonders mag. Es ist ein wenig das Duell von Machtmensch gegen Weltverbesserer. Der Harte gegen den Weichen.

Porsche schreibt: „Ich stehe hinter der Firma, auch wenn ich mit meiner Dividende soziale Projekte fördere.“ Ihm sei aber „vollkommen klar“, dass Piëch dieses soziale Engagement „nicht nur befürwortet“. Es entspräche nicht seiner Vorgehensweise im Umgang mit Vermögen. „Er hätte sicher keine derartige Schule gebaut.“ Für Porsche hat ein Unternehmen eine soziale Verantwortung und muss nicht „das Letzte aus den Mitarbeitern herausholen“. Und diese Denkweise spricht er Piëch ab.

Kommentare zu " Autobauer-Urenkel: Ein Porsche packt aus"

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  • Könnte er. Der Wohltäter ist dennoch der, der das Geld erarbeitet und nicht der, der es verschenkt. Ohne das, was er mehr oder weniger unterschwellig kritisiert, hätte er nämlich nichts zu verschenken. Alles klar?

  • Da nun aber das Geld schon mal da, sprich erarbeitet wurde, könnte Daniel genauso, wieviele andere Erben auch, sich einfach ein süßes Leben machen und ansonsten geizig mit seinem Vermögen sein! Alles klar?

  • Ich habe mir aufgrund des Artikels das Buch gleich bestellt. Denn ich finde auch, dass man sich nur durch dessen Kenntnis ein begründetes Urteil über die dargestellten menschlichen Beziehungen bilden kann. Dank an das "Handelsblatt" für den Bericht. Besonders interessiert mich nun, wie ein Musiktherapeut, der sich vermutlich sehr gut in dem Industriellenmilieu auskennt, die darin agierenden Menschen beschreibt. Und das mit einer therapeutischen Gesinnung. Schon aus diesem Grund müsste das Buch Seltenheitswert haben.

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