Autobranche
Drei Ehrenmänner für Opel

Eine Treuhand-Gesellschaft soll den Rüsselsheimer Autobauer retten. Das hört sich angesichts der finanziellen Situation womöglich leichter an als es ist. Ein Trio aus Amerikanern und Deutschen entscheidet, ob dies gelingt oder nicht.

BERLIN/FRANKFURT/MÜNCHEN. Die Akteure sind benannt, ihre Mission ist klar. Seit dem Montagmorgen liegt das Schicksal von 25 000 deutschen Opel-Beschäftigten in der Hand der Opel-Treuhand GmbH. Geht alles gut, handelt sie mit Magna und der russischen Sberbank in den nächsten Monaten einen Kaufvertrag aus. Im schlimmsten Fall scheitern die Gespräche. Theoretisch kann die Treuhand sogar allein Opel bis 2014 weiterführen.

Damit es so weit nicht kommt und Opel schneller verkauft wird, dafür soll ein fünfköpfiges Gremium sorgen. Die Interessen sind zwischen Deutschen und Amerikanern fein austariert: Je zwei GM-Vertreter und zwei Vertraute der Bundesregierung sitzen in dem sogenannten Treuhand-Beirat. Den Vorsitz übernimmt Fred Irwin. Der Investmentbanker ist Chef der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer in Berlin und soll als „neutraler Vermittler“ fungieren.

Der Beirat kontrolliert wie ein Aufsichtsrat die Arbeit der Geschäftsführer. Auch hier gilt Parität: Der GM-Gesandte Eric Stevens muss sich mit Alfred Hagebusch, dem Vertreter der Bundesregierung, in der Geschäftsführung arrangieren.

Beide Gremien sollen sich schnell überflüssig machen und Opel mit Magna in die Selbstständigkeit führen. Eine Aufgabe für Ehrenmänner also. Neben Opel stehen Staatsbürgschaften über 1,5 Milliarden Euro auf dem Spiel.

Der eher unauffällige Hagebusch will bereits heute in Rüsselsheim die Gespräche mit dem Opel-Management aufnehmen. Der Anwalt rechnet damit, dass der Investorenprozess noch bis Ende des Jahres dauern könnte. Die „Herkulesaufgabe Insolvenz“ sei kaum zu stemmen gewesen, sagte Hagebusch am Dienstag in einer Telefonkonferenz erleichtert.

In Anwaltskreisen wird der Opel-Treuhänder wegen seines ruhigen und souveränen Verhandlungsstils geschätzt. „Das ist niemand, der aggressiv in Gespräche geht“, sagt ein anderer Insolvenzexperte über ihn. Der Jurist Hagebusch , der in Heidelberg und Gießen studierte, ist Experte für Insolvenzvermeidung. Genau für diesen Auftrag hat ihn die Adam Opel AG – nicht die Mutter GM – bereits Anfang des Jahres engagiert. Hagebusch ist zudem Mitglied der Kanzlei Wellensiek, einem der größten Insolvenzverwalter Deutschlands.

Dem ausgleichenden Hagebusch sitzt mit Eric Stevens ein echtes GM-Urgestein zur Seite. Opel kennt er bestens: Der 53-Jährige arbeitete Anfang der neunziger Jahre als Qualitätsmanager bei Opel in Spanien, von 1993 bis 1997 leitete Stevens das Opel-Werk in Eisenach.

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