Autoindustrie
Unternehmen investieren in neue Antriebe

Die deutsche Autoindustrie zeigt keine Schockstarre: Einer der Gründe, warum die deutschen Hersteller schneller als erwartet wieder auf die Erfolgsspur zurückfanden, ist, dass sie die Investitionen weniger heftig als viele ausländische Konkurrenten zurückgefahren haben.
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FRANKFURT. Für VW-Konzernchef Martin Winterkorn geht es um eine Schicksalsfrage. "Die Automobilbranche mit über 700 000 Beschäftigten muss das Aushängeschild der deutschen Wirtschaft bleiben", lautet sein Verdikt. "Der Schlüssel dazu ist: Spitzentechnologie." Schon zu Beginn der Krise gab der Ingenieur an der Spitze von Europas größtem Autokonzern die Parole aus: keine Abstriche bei Forschung und Entwicklung. Das konnte zwar nicht jeder deutsche Automanager während der Krise durchhalten. Doch einer der Gründe, warum die deutschen Hersteller schneller als erwartet wieder auf die Erfolgsspur zurückfanden, ist, dass sie die Investitionen weniger heftig als viele ausländische Konkurrenten zurückgefahren haben.

Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) investierte die Branche hierzulande 2009 insgesamt rund 19 Milliarden Euro in Forschungs- und Entwicklungsprojekte - nach Berechnungen des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft waren das 5,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz der Hersteller sank aber viel stärker. Große Konkurrenten wie Toyota und Ford strichen ihre Etats deshalb um bis zu einem Drittel zusammen. So stehen die Deutschen im Branchenvergleich gut da: Obwohl die Autohersteller und Zulieferer in die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien investieren müssten, senkten sie weltweit laut der Studie ihre Forschungs- und Entwicklungsausgaben um durchschnittlich 14,2 Prozent.

Große Ausnahme: Europas wichtigster Autohersteller, der Volkswagen-Konzern - er stockte das Budget sogar auf. Während Daimler nach Angaben der Strategieberatung Booz & Company 5,2 Prozent weniger in diesen Bereich investierte und BMW sogar 8,4 Prozent, gaben die Wolfsburger 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr für neue Fahrzeug- und Antriebskonzepte aus. Wie aus dem "EU Industrial R&D Investment Scoreboard Report" hervorgeht, der jedes Jahr die Forschungsausgaben der 1 000 größten europäischen und nicht-europäischen Konzerne auflistet, ist das Budget mit deutlich mehr als fünf Milliarden Euro jährlich in der Autobranche nur noch beim größeren Konkurrenten Toyota höher. Insgesamt liegen die Wolfsburger auf Platz vier der forschungsaktivsten Unternehmen.

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  • insgesamt ein guter Artikel, nur die Fachkräftemangel-Lüge am Ende macht meinen positiven Eindruck wieder zunichte.

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