Automobilzulieferer
Sommer soll ZF in neue Dimensionen führen

Stefan Sommer übernimmt heute den Chefsessel des drittgrößten deutschen Automobilzulieferers ZF. Er muss aus dem Schatten seines erfolgsverwöhnte Vorgängers treten - und soll den Konzern zu neuen Dimensionen führen.
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Stuttgart"Vor mir steht eine große Aufgabe", sagt Stefan Sommer. Der 49-Jährige übernimmt den Chefposten beim drittgrößten deutschen Automobilzulieferer ZF. Unter Sommers Vorgänger Hans-Georg Härter hatte der Spezialist für Getriebe und Fahrwerke vom Bodensee 2011 das beste Jahr der Unternehmensgeschichte hingelegt - mit einem Umsatzplus um ein Fünftel auf 15,5 Milliarden Euro und einer Gewinnsteigerung nach Steuern um 22 Prozent auf 540 Millionen Euro.

Die Umsatzrendite ist höher als bei Weltmarktführer Bosch. Härter hat mitten in der Krise 2008 in ein Getriebewerk für den angeschlagenen Autobauer Chrysler investiert und profitiert jetzt wie kein anderer Zulieferer von der Erholung des US-Marktes. Während Bosch und Conti die Erwartungen zuletzt dämpften, läuft nach starkem erstem Quartal das Geschäft bei ZF.

Härter war es auch, der den Neuen vor vier Jahren vom Konkurrenten Conti weglobte. Das Vertrauen muss der promovierte Maschinenbauer Sommer nun erst noch rechtfertigen. Härter ist überzeugt, einen würdigen Nachfolger mit ausgewiesener Elektronik-Kompetenz gefunden zu haben. Dabei hat er mit dem Senioritätsprinzip gebrochen. Sommer ist erst 49 Jahre alt. Härter und sein Vorgänger Goll kamen am Bodensee erst mit über 60 Jahren in Amt und Würden. Aber ZF muss schneller werden, wenn das Unternehmen global mithalten möchte. Dafür ging man mit dem gebürtigen Münsteraner das Risiko ein, einen externen Manager einzustellen, ihn vier Jahre lang zu testen und dann an die Spitze zu stellen. Sommer soll ZF in neue Dimensionen führen. 2015 sind 20 Milliarden Euro Umsatz angepeilt.

Wenn Härter übernächste Woche mit einer Gala verabschiedet wird, hält mit Martin Winterkorn der Chef von Europas größtem Autobauer VW die Laudatio. Als einer der Favoriten auf Winterkorns Nachfolge gilt Karl-Thomas Neumann. Da kann es nicht schaden, dass Stefan Sommer Neumann noch aus dessen Zeit als Conti-Chef sehr gut kennt.

Bis zur Abschiedsgala wird auch entschieden sein, ob Härter einen Platz im ZF-Aufsichtsrat einnehmen wird. Ob Sommer die richtige Wahl war, könnte er dann aus nächster Nähe verfolgen.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Die Weichen für die Zukunft sind gestellt, mit Dr. Sommer wird es im Sinn von Herrn Hans Georg Härter weiter gehen.
    Hybridtechnik und Elektromobilität und Vernetzung der Komponenten sind die Herausforderungen, denen sich ZF jetzt stellt.

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