AWD-Chef Carsten Maschmeyer
Großspurig auch auf dem Rückzug

Am Donnerstag ließ Carsten Maschmeyer seine Mitarbeiter in einem internen Schreiben Folgendes wissen: "Wie immer in der Geschichte kann der Größte der Welt nur durch die Besten der Welt geschaffen werden." Keine Frage: Der AWD-Chef ist kein Freund von Bescheidenheit - auch nicht beim Rückzug.

FRANKFURT. Carsten Maschmeyers lange gehegter "Traum" einer Kombination des eigenen Hauses mit dem Wieslocher Erzrivalen MLP ist zumindest vorerst gescheitert ist - auch wenn die AWD-Mutter Swiss Life künftig mit knapp 27 Prozent an dem Konkurrenten beteiligt ist. "Da ist der Größenwahn mit Maschi durchgegangen", unkt ein Branchenkenner. "Man kann Finanzvertriebe nicht feindlich übernehmen."

Bei Swiss Life scheinen Maschmeyers Träumereien indes eher weniger Euphorie auszulösen. Untrügliches Indiz: Der AWD-Gründer bekommt künftig mit dem bisherigen Swiss-Life-Deutschlandchef Manfred Behrens einen Ko-Chef und damit Aufpasser an die Seite gestellt. Maschmeyer dürfte demnächst entmachtet werden, heißt es in Branchenkreisen. Hierfür spricht auch, dass der Duzfreund von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) seine restlichen gut zehn Prozent AWD-Aktien an Swiss Life verkauft hat. Dabei war noch vor Monaten von einem mehrjährigen Engagement die Rede. Aber Maschmeyer wäre nicht Maschmeyer, wenn er nicht auch diese Botschaft gut für seine "AWDler" verpacken könnte: "Ich bin jetzt wieder dort, wo ich hingehöre - bei Ihnen im Vertrieb."

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent
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