AWD
Der filmreife Abgang des Carsten Maschmeyer

Der Firmengründer des Finanzdienstleisters AWD, Carsten Maschmeyer, soll das Unternehmen angeblich in Kürze verlassen, ein Nachfolger für den Selfmade-Millionär bereits gefunden sein. Es scheint das Ende eines Machtkampfs zu sein.

FRANKFURT. Offiziell ist es noch nicht, der Held ziert sich noch. Die Spatzen haben es aber schon im August von den Dächern gepfiffen: Die Tage des Carsten Maschmeyer als Chef des Finanzvertriebs AWD sind gezählt. Der beste Beleg für „Maschi“-Beobachter war, dass der AWD-Eigentümer Swiss Life dem agilen Gründer einen Aufpasser als Co-Chef an die Seite stellte. Seither lautete die Frage nicht mehr, ob er geht, sondern wann und wie?

Die Regie dieses filmreifen Abgangs wurde in Hannover geführt. So ist es wohl kein Zufall, dass Carsten Maschmeyer seit Wochen die Schlagzeilen der Boulevard-Presse dominiert, weil er mit der Schauspielerin Veronica Ferres neuerdings liebevoll verbunden ist. Dass er gerade erst vor kurzem offiziell von seiner Ehefrau geschieden wurde, bestätigt geradezu ideal die persönliche Umbruchsituation, in der sich der Multimillionär derzeit befindet.

Beruflich sind die Einschnitte erst recht nicht zu verleugnen. Maschmeyer verkaufte zwar seine letzten AWD-Aktien zu einem guten Preis an Swiss Life. Doch er musste kürzlich erst gewaltige Probleme seines Finanzvertriebs in Großbritannien und Österreich einräumen. Faktisch ist die Expansion des AWD ins Ausland damit so gut wie gescheitert. Hinzu kommt der Wandel im wichtigsten Markt, dem Inland. Viele AWD-Berater sind zur Konkurrenz geflohen, wenn sie denn konnten. Maschmeyer setzte eine pompös inszenierte Werbekampagne auf und investierte zweistellige Millionenbeträge in die Berater – entweder durch Übernahmen, Halteprämien oder durch Neuanwerbung mit Ausbildung.

Was das bringt, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Klar ist bisher nur, dass dies den neuen Eigentümer Swiss Life mitten in der Finanzkrise eine Menge Geld kostet. Das ist für die Schweizer sehr unangenehm, weil sie in ihrem Heimatland ebenfalls gewaltig unter Druck stehen und dringend Kapital brauchen. Deshalb soll auch die nutzlose Swiss-Life-Beteiligung am Konkurrenten MLP verkauft werden – auch das war so ein Ei, das Maschmeyer seiner Konzernmutter ins Nest gelegt hatte.

In der Branche wird daher schon spekuliert, wann Swiss Life die Karten auf den Tisch legt und die Milliardeninvestition AWD deutlich abschreibt. Darüber darf Maschmeyer künftig vielleicht sogar mitentscheiden, wenn er denn in Kürze wie geplant in den Verwaltungsrat der Swiss Life aufrückt.

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