AWD
Maschmeyers doppelter Bruch im Leben

Was sind das für Wochen im Leben des Carsten Maschmeyer: Wo andere Menschen entweder ihr Privatleben völlig neu ordnen oder ihr Unternehmen, macht er beides gleichzeitig. Heute muss der AWD-Chef alles tun, damit sein Unternehmen von der Börse genommen wird. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung droht ihm Ungemach.

FRANKFURT. Über Maschmeyer heißt es, er sei nah am Wasser gebaut. Emotional darf der Gründer und Co-Chef des Finanzvertriebs AWD heute in Hannover aber keinesfalls werden. Denn darauf warten seine Gegner in der außerordentlichen Hauptversammlung des AWD nur. Maschmeyer sieht sich einer Truppe von Berufsklägern und gewieften Spekulanten gegenüber, die Hauptversammlungen gerne für ihren Vorteil nutzen.

In Hannover geht es um den vollständigen Abschied des AWD von der Börse. Das allein ist ein Einschnitt in seinem bewegten Leben, denn er hatte das Unternehmen vor zwanzig Jahren gegründet und später an die Börse gebracht. Ab 2007 verkaufte er seine restlichen Anteile an Swiss Life. In dieser Zeit baute er auch eine Beteiligung am Konkurrenten MLP auf, um diesen mit AWD zu fusionieren. Doch seine Träume von einem "Weltmeister" scheiterten am Widerstand von MLP und den beiden Versicherern Allianz und Axa.

Nun kann AWD-Mehrheitseigentümer Swiss Life die verbliebenen Kleinaktionäre rausdrücken, weil die Schweizer Versicherung mehr als 95 Prozent besitzt. Doch die Hauptversammlung ist keine Formsache. Jedes falsche Wort eines Vorstands kann hinterher zu langwierigen Prozessen oder teuren Entschädigungen führen. Das AWD-Management hat sich schon auf einen langen Tag eingerichtet, der Saal ist vorsichtshalber bis 23 Uhr gebucht. Maschmeyer selbst lernt seit Tagen - wie ein Schüler seine Vokabeln - mehrere Hundert Seiten Fragen und Antworten zur Lage des AWD, die derzeit wenig rosig ist. Das Pauken dürfte dem Multi-Millionär schwerer als sonst gefallen sein, weil zuletzt ein aufregendes Ereignis das nächste ablöste.

Seit Wochen steht der 49 Jahre alte Manager unter Beobachtung des Boulevards wegen seiner Beziehung zur Schauspielerin Veronica Ferres (43). Wie ernst es den beiden mit ihrer Liebesgeschichte ist, zeigte vor kurzem der Besuch beim Vater der Schauspielerin in Solingen. Wenige Tage später folgte ein noch einschneidenderes Ereignis: Die Scheidung von seiner Frau Bettina, mit der er seit 1989 verheiratet war, zwei Kinder hat und von der er seit sechs Jahren getrennt ist.

Nach der Scheidung flog Maschmeyer drei Tage nach Iran. Eigentlich ein überflüssiger Termin, den er jedoch persönlich versprochen hatte. Mit in Iran war auch Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, ein Duz-Freund seit langem. Entscheidend war aber die Bindung zu Professor Madjid Samii, einem deutsch-iranischen Neurochirurgen. Samii gehört zum erweiterten Kreis seines Hannoveraner Beziehungsgeflechts. Das ist ein von Maschmeyer persönlich sehr intensiv gepflegter Personenkreis hochrangiger Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Kultur.

Schon lange hatte Maschmeyer Samii zugesagt, dessen Heimatland zu besuchen. Das hielt ihn nicht davon ab, zwischendurch weiter "Vokabeln" zu pauken. Gestern folgte in Hannover die Generalprobe. Wenn er heute die Hauptversammlung gut übersteht, darf er auch wieder intensiver an seine neue Liebe denken. Vielleicht bringt diese Love Story ja auch eine berufliche Kehrtwende mit sich. In der Branche wird über eine Trennung von "Maschi" und Swiss Life jedenfalls schon seit Monaten getuschelt.

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