Axel Dietz
Ärger im Führerhäuschen

Axel Dietz verlässt nach nur 18 Monaten den Modelleisenbahn-Bauer Märklin wieder. Er eckte bei Mitarbeitern und Kunden an.

DÜSSELDORF. Man mag ihn nicht, den Märklin-Chef. Wie ein ungebetener Gast steht Axel Dietz vor seinen Mitarbeitern bei der Betriebsversammlung in Göppingen. Die Stimmung ist mies, gerade hat Dietz neue Einsparungen beim Personal verkündet. Da kommt die Sprache auf ihn selbst. Warum der Chef die Mitarbeiter eigentlich nicht grüße, wenn er sich denn mal blicken lasse, will jemand wissen. Die Antwort spricht Bände. „Ich grüße doch“, sagt Dietz. „Aber die Leute schauen ja alle weg, wenn ich komme.“

Die 18 Monate, die Axel Dietz an der Spitze von Märklin stand, zählen zu den traurigsten Kapiteln in der zuletzt ohnehin schon trüben Geschichte des schwäbischen Modellbahnbauers. Mitarbeiter beschreiben Dietz als Choleriker, der mit seiner Harley-Davidson auf den Firmenhof fährt. Märklin-Händler werfen ihm vor, er wisse nicht, ob bei einer Lok die Räder oben oder unten angebracht seien, und würde bei Sitzungen, die auf zwei Tage angesetzt sind, schon nach wenigen Stunden wieder verschwinden.

Dietz ficht das nicht an. „Wer bin ich denn? Bin ich der Protokollführer?“ Der Geschäftsführer ist hörbar ungehalten. Von einer Raststätte zwischen Zürich und Bern aus beschwert sich Dietz per Handy über ungerechte Berichterstattung. Die Episode von der Betriebsversammlung streitet er ab, er habe bei Märklin gute Arbeit geleistet. Der Umsatz steigt, die Firma kommt voran.

Doch Dietz geht. Aus persönlichen Gründen, hieß es gestern, habe der Geschäftsführer zum Ende des Jahres um die Entbindung von seinen Pflichten gebeten. Diesem Wunsch habe Märklin entsprochen.

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