Axel Weber
Entspannter Abschied eines Notenbankers

Schlussstrich: Die Erleichterung über den freiwilligen Rückzug aus der Geldpolitik war dem Noch-Bundesbank-Präsidenten Axel Weber bei seinem letzten großen Auftritt in Washington anzumerken.
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Washington

Von einer Abschiedsvorstellung und einem letzten Arbeitstag wollte Axel Weber in Washington nichts wissen. Schließlich, so merkte der Noch-Bundesbank-Präsident an, übergebe er erst Anfang Mai sein Amt. Und erst dann gebe es Entlassungsurkunde und "letzte Worte".

In der US-Hauptstadt wurde am Samstag dennoch ein Schlussstrich gezogen - die Ära Weber an der Spitze der Bundesbank und in der Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) neigt sich dem Ende zu. Denn es war Webers letzter Auftritt als oberster deutscher Notenbanker auf internationaler Bühne.

In ein paar Tagen übergibt der 54-Jährige den Stab an Jens Weidmann, den früheren Berater von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Aus dem geldpolitischen Hardliner und Manager der Finanzkrise wird wieder der Akademiker Weber. Für ein Jahr wechselt der Top-Ökonom als Gastprofessor nach Chicago.

Wie schon seit Wochen wirkte Weber auch in Washington entspannt. Die Kollegen aus der wichtigsten Industrie- und Schwellenländern und vom Internationalen Währungsfonds haben beim Frühjahrsgipfel einen überaus lockeren Chef der wichtigsten Notenbank der Euro-Zone erlebt.

Es scheint, als habe sich Weber nach seinem überraschenden vorzeitigen Rückzug im Februar und seinen Verzicht auf einen Wechsel an díe Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) als neuer "Mr. Euro" von einer Riesen-Last befreit. Mit jedem Tag näher am selbst gewählten Abschied redet er befreiter und doziert schonungsloser über die Euro-Schuldenkrise und Fehler im Krisenmanagement.

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