Axel Wieandt: Verhinderter Einsatz für die Deutsche Bank

Axel Wieandt
Verhinderter Einsatz für die Deutsche Bank

Nach seinem Feuerwehr-Einsatz bei der Hypo Real Estate sollte Axel Wieandt zum Chef der BHF-Bank gekrönt werden. Die Ernennung war scheinbar nur noch Formsache – doch dann machte die Finanzaufsicht dem Ackermann-Intimus einen Strich durch die Rechnung. Jetzt muss er löschen als Feuerwehrmann in eigener Sache.
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FRANKFURT. Ein leichter Einsatz hätte es werden sollen für Axel Wieandt. Jenen Feuerwehrmann im Dienst der Deutschen Bank, der einsprang, als es brenzlig war beim maroden Münchener Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE), dann die Gemüter mit Bonuszahlungen für Mitarbeiter und einer halben Million Euro Extra-Prämie für sich selber erhitzte und im März zurückkehrte ins Mutterhaus.

Chef der BHF-Bank sollte Wieandt anschließend werden, der einstige Chefstratege der Deutschen Bank und Duzfreund Josef Ackermanns. Die Deutsche Bank hatte das kleine Institut mit einer Bilanzsumme von noch nicht einmal 20 Mrd. Euro beim Kauf der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim mit übernommen. Jetzt steht es zum Verkauf, und Wieandt hätte als Chef wieder einmal sein strategisches Geschick beweisen können: die BHF verkaufen, aber weder an einen Konkurrenten seines Arbeitgebers noch an umstrittene Finanzinvestoren. Eine heiße Aufgabe auch das, aber nicht brandgefährlich, die Ernennung zum BHF-Chef eine reine Formsache – so schien es, und es sollte eine Empfehlung für den nächsten Karriereschritt des Erfolgsverwöhnten sein.

Doch dann kam der Knall. Die Finanzaufsicht BaFin sperrte sich, als die Deutsche Bank vorsichtig vorfühlte, heißt es jetzt in Finanzkreisen. Der Grund: Dem 44-Jährigen fehle die Erfahrung im Kredit- und Kreditfolgegeschäft. Jener Disziplin also, bei der es auch um die Beurteilung von Kreditportfolios und ihre Risiken geht. Und Wieandts Erfahrung bei der HRE haben der BaFin wohl nicht gereicht. Die Deutsche Bank als Hauptgläubiger der HRE habe Wieandt in den Job gedrängt, heißt es in Finanzkreisen. Ohne den Zeitdruck und unter normalen Umständen wäre Wieandt bei der HRE nicht als Brandbekämpfer infrage gekommen, hieß es.

Die BaFin will das nicht kommentieren, auch Wieandt selber und die Deutsche Bank schweigen: „Kein Kommentar“, hieß es. Für Wieandt ist der nächste Brandherd wohl schon gefunden, er muss jetzt löschen als Feuerwehrmann in eigener Sache.

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  • Es wird immer toller.
    Haben wir in den Spitzenpositionen eigentlich nur noch Halunken?
    Herr Minister Schäuble, möge uns endlich klaren Wein einschenken und einmal klar informieren, wieviel Schrottpapiere jetzt noch umherschwirren und schlußendlich in den für den Steuerzahler längerfristig unendlich teuer werdenden bad banks abenden.
    Vor allem bei den Landesbanken, die jetzt fusionnieren wollen - kommen mehrere Fußkranke zusammen, soll wohl Gesünderes dabei herauskommen. - Liegen ja noch Milliarden Schrottpapiere herum. Diese müssen ja zur brautschau aus dem Wege geräumt werden.
    bei der bayernLb sind es einige Milliarden und bei der LbbW wird ja auch von € 80 Mrd. getuschelt, wenn man(n) und frau den blätterwald richtig säuseln hört.

  • Das ist noch längst nicht alles:

    Herr Wieandt, geht vom Hauptgläubiger der HRE, der Deutschen bank, 2008 zur HRE. Dort:
    (Handelsblatt 20.02.10): "Das mit Abstand höchste Griechenland-Portfolio habe nach Erkenntnissen der baFin mit 9,1 Mrd. Euro ausgerechnet die Hypo Real Estate (HRE) in den büchern. Das mittlerweile zwangsverstaat-lichte institut habe sein Engagement in diesem Land vom
    März bis September vergangenen Jahres (=2009) um fast 50
    Prozent aufgestockt - genau zu jener Zeit, als es mit erheblichen staatlichen Mitteln gestützt wurde"
    Pikant: Die Deutsche bank hat angeblich keine nennenswerten Forderung an Griechenland (oder keine mehr?). War das die nächste Staatshilfe für Herrn Ackermann?

  • Die verstaatliche Hypo Real Estate Holding AG (HRE) spaltet noch mehr minderwertige Wertpapiere an eine sogenannte "bad bank" ab als zuletzt erwartet und erhält weitere Milliardenhilfen vom bankenrettungsfonds.

    Die als FMS Wertmanagement firmierende bad bank der HRE bekomme ein Portfolio von Krediten, Wertpapieren und Derivaten im Gesamtbuchwert von 191,1 Mrd EUR übertragen, teilte der SoFFin am Mittwoch mit.

    Finanzminister Wolfgang Schäuble erwartet, dass dadurch der Schuldenstand Deutschlands steigen könnte.
    "im Falle einer vollständigen Zuordnung der FMSW zum Sektor Staat käme es zu einem Anstieg der Maastricht-Schuldenstandsquote von maximal rund 7,5 bis 8,5 Prozentpunkten", sagte Schäuble.

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