Balli musste Aktien zurückgeben
Balli-Manager legen Geständnisse ab

Im Strafprozess um die dubiose Übernahme des Duisburger Stahlhändlers Klöckner & Co durch die britische Balli-Group haben die Angeklagten schon zum Prozessauftakt Geständnis abgelegt.

HB DUISBURG. In einem der ersten deutschen Strafprozesse gegen ausländische Großinvestoren haben die britischen Angeklagten schon beim Prozessauftakt Geständnisse abgelegt. Das Duisburger Landgericht hatte den Managern der Balli-Gruppe am Mittwoch versichert, dass ihnen neben millionenschweren Geldauflagen allenfalls Haftstrafen auf Bewährung drohen. Daraufhin räumten die Brüder Vahid und Hassan Alaghband die Untreue-Vorwürfe ein.

Beim Prozessauftakt am Duisburger Landgericht hatte der britisch-iranische Balli-Chef Vahid Alaghband bereits angekündigt, er werde sich im Sinne der Anklage für schuldig bekennen, wenn das Gericht vorher die Höhe der Haftstrafe begrenze. Zudem werde er auch eine namhafte Geldsumme als Strafe akzeptieren. Der mitangeklagte Hassan Alaghband kündigte an, er werde seinem Bruder möglicherweise folgen.

Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin ihre Bereitschaft zu dem Handel signalisiert. Sie schlug Bewährungsstrafen von je zwei Jahren Haft und Geldstrafen von zwei und 2,5 Mill. Euro für die beiden Angeklagten vor. Die Ankläger werfen den Balli-Inhabern vor, mit illegalen Finanztricks vor vier Jahren die größere Klöco-Gruppe für 1,1 Mrd. Euro vom Düsseldorfer Versorgungskonzern Eon übernommen zu haben.

Die Manager hätten einen Teil des Kaufpreises mit Geld bezahlt, das sie dem Klöckner-Konzern zuvor entzogen hatten. Dazu hätten die Manager die Konzernführung faktisch schon vor dem Verkaufsdatum übernommen, um an das Klöckner-Geld zu gelangen. Wegen Untreue in zwei schweren Fällen droht den Brüdern eine Freiheitsstrafe. Vahid Alaghband hat elf Monate in Auslieferungs- und Untersuchungshaft verbracht. Er befindet sich zur Zeit gegen Kaution auf freiem Fuß.

Die Firma KlöCo gehört inzwischen nicht mehr Balli. Nachdem die Balli-Gruppe ein von der Westdeutschen Landesbank (WestLB) gewährtes Darlehen nicht rechtzeitig zurückgezahlt hatte, musste Balli die Aktien zurückgeben. Inzwischen hat die WestLB die Stahlhandelsgesellschaft an US-Investoren weiterverkauft. Balli hat deswegen gegen die WestLB in Düsseldorf Klage eingereicht und verlangt 500 Mill. Euro Schadenersatz.

Der Verkauf an eine US-Fondsgesellschaft soll nach Darstellung der Balli-Anwälte ebenfalls mit KlöCo-Geldern mitfinanziert worden sein. Allerdings dürfte das nicht gegen deutsches Aktienrecht verstoßen haben, da KlöCo rechtzeitig in eine GmbH umgewandelt wurde.

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