Balzereit verlässte den Konzern
EnBW-Finanzvorstand geht

Wegen unerwarteter Ertragsbelastungen verlässt der Finanzvorstand der EnBW AG, Bernd Balzereit, mit sofortiger Wirkung das Unternehmen. Der drittgrößte deutsche Stromkonzern zieht damit die Konsequenz aus einer Risikobereinigung im Halbjahresabschluss. „Wir haben ein disproportionales Verhältnis von Häuptlingen und Kriegern", so Vorstandschef Utz Claassen.

HB/dpa KARLSRUHE. Das Ausmaß der möglichen Belastungen für 2003 liege deutlich über dem bisher erkannten und erwarteten Niveau, teilte die Energie Baden-Württemberg (EnBW) AG in Karlsruhe mit. Bis auf weiteres werde der Vorstandsvorsitzende Utz Claassen zusätzlich das Finanzressort übernehmen.

„Die potenziellen Ertragsbelastungen sind überwiegend Einmaleffekte, die nur zu einem kleineren Teil liquiditätswirksam sind und keine operative Nachhaltigkeit für das Kerngeschäft entfalten“, betonte die EnBW. Es gehe unter anderem um Risiken bei den Konzerntöchtern Salamander und Thermoselect sowie um Rückstellungen für Frühruhestand und Restrukturierungsmaßnahmen. „In einigen wenigen Fällen liegt das entsprechende einzelne Risiko im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.“

Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) hat zudem einen Personalabbau angekündigt. Deutschlands drittgrößter Stromkonzern mit mehr als 300 Einzelgesellschaften werde in den nächsten Monaten erheblich gestrafft, sagte Vorstandschef Utz Claassen am Freitag in Karlsruhe. Mehrere verlustbringende Gesellschaften würden verkauft. Intensiv werde etwa über einen Ausstieg bei Thermoselect nachgedacht.

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