Bambi-Verleihung
Werner Kimmig - Vater der Gold-Kitze

Bis zu sieben Millionen Zuschauer werden einschalten, wenn heute Abend die Verleihung der Bambi-Preise live übertragen wird. Hinter dem pompösen Glitzerspektakel steckt ausgerechnet ein bodenständiger Schwarzwälder.
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DüsseldorfWenn heute Abend um 22.45 Uhr in der ARD die Live-Übertragung aus der Wiesbadener Rhein-Main-Halle mit Pop-Ikone Lady Gaga, Altbundeskanzler Helmut Schmidt und Teenagerschwarm Justin Bieber ohne Pannen über die Bühne ist, fällt Werner Kimmig ein Stein vom Herzen.

Er ist der Produzent des 63. Bambi, des Hochamtes unter den deutschen Gala-Abenden. Und das ist kein einfacher Job: „Unsere Aufgabe ist es, eine Bambi-Welt zu schaffen. Das heißt, eine Blechhalle in eine Galabühne zu verwandeln“, sagt der 63-jährige Badener.

Das Geschäft mit dem goldenen Rehkitz kennt er aus dem Effeff. Vor 22 Jahren, ebenfalls in Wiesbaden, begann Kimmig seine Karriere als Bambi-Macher. Heute ist die Gala des Medienkonzerns Burda („Bunte“, „Focus“) eine Mega-Veranstaltung. „Wir arbeiten an einer Bambi-Produktion ein Jahr“, sagt Kimmig. Alles muss haargenau geplant werden. Schließlich sitzen bis zu sieben Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen.

Für Burda ist der Bambi eine der wichtigsten Marken. Und Kimmig ist aus Sicht des Verlegers Hubert Burda eine Idealbesetzung. Denn der im Schwarzwald-Städtchen Oberkirch, unweit vom Burda-Stammsitz Offenburg, lebende Produzent ist dem Familienunternehmen seit 46 Jahren verbunden. Kimmig lernte bei Burda einst Verlagskaufmann, wurde später Werbeleiter der „Bunten“ und machte mit Senator Franz Burda, Vater des heutigen Verlegers, 1970 Wahlkampf gegen ein Auseinanderbrechen Baden-Württembergs. Heute ist er mit dem Zeitschriftenvorstand Philipp Welte befreundet.

Zur Fernsehproduktion kam Kimmig beinahe zufällig. Er betreute die Sängerin Paola, die später den Schweizer TV-Moderator Kurt Felix heiratete. Mit Felix startete der Badener 1981 die Unterhaltungssendung „Verstehen Sie Spaß?“. Von da an ging es bergauf: Die „Echo“-Preisverleihung, die Schlagersendung „Krone der Volksmusik“, Musikspecials mit Andrea Berg und Helene Fischer. Heute macht seine Firma nach eigener Aussage einen Umsatz zwischen 15 und 20 Millionen Euro. Rote Zahlen habe er noch nie geschrieben. Doch nicht alles gelingt.

Der Deutsche Fernsehpreis im Frühjahr war aus Sicht vieler Beteiligter langweilig. Die Zuschauerquote auf RTL war mit 2,4 Millionen Zuschauern desaströs.

Handelsblatt-Redakteur Hans-Peter Siebenhaar berichtet am Donnerstagabend live über Twitter: http://twitter.com/hb_unternehmen

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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