Banken
Der ruhende Pol

Hugh Sullivan leitet das deutsche Investment-Banking der fusionierten Institute Bank of America und Merrill Lynch. Mitarbeiter des Amerikaners, der Merrill Lynch in Deutschland seit Mitte vergangenen Jahres führt, bezeichnen ihn als einen Menschen mit offener Art und angenehmen Wesen. Doch soviel Lob macht verdächtig.

FRANKFURT. Hugh Sullivan kann sich des größten Lobes rühmen, das Engländer zu vergeben haben: "Hugh ist ein makelloser Typ", sagt ein langjähriger Weggefährte. Nur ein - zugegeben großes - Manko besitze der Investmentbanker. "Er spricht kein Englisch." Der Amerikaner kann seine Wurzeln nicht verleugnen und spricht das typische breit gezogene amerikanische Kaugummi-Englisch. Das macht für den frisch gebackenen Chef des Corporate- und Investment-Banking des gemeinschaftlichen Instituts von Bank of America und Merrill Lynch in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien gerade in diesen Tagen das Leben nicht leichter. Denn eines ist klar: Die Finanzkrise nahm ihren Ausgang in den USA mit den zweitklassigen Hypothekenanleihen, dort und sonst nirgendwo.

Doch die Vorwürfe schocken Sullivan nicht. Dazu ruhe er zu sehr in sich, wie Konkurrenten über ihn lobend sagen. Und Mitarbeiter des Amerikaners, der Merrill Lynch in Deutschland seit Mitte vergangenen Jahres führt, bezeichnen ihn als einen Menschen mit offener Art und angenehmen Wesen. Soviel Lob macht verdächtig. Was hält er unter der Decke? Es gibt wenig Negatives zu finden bis auf ein Stück fehlenden Ehrgeizes. Denn mit seinem Lebenslauf in Industrie und Banking müsste der Mann weiter oben stehen, viel weiter. Aber das kommt, wenn man als Manager nicht laufend beißt und sich an die Spitze boxt, koste es, was es wolle.

Klar ist in jedem Fall, dass er die Notfusion von Merrill Lynch mit der Bank of America überlebt hat, was man etwa von seinem Chef John Thain als Nummer eins bei Merrill nicht sagen kann. Klar ist aber auch, dass sich in Deutschland noch einiges tun muss, nachdem die Merrill-Leute kurz vor Abschluss der Übernahme trotz enormer Verluste für das vergangenen Jahr noch Boni über insgesamt 3,6 Mrd. Dollar bekamen, ihre Kollegen bei der Bank of America aber in die Röhre schauen sollen. Allein 700 Merrill-Banker bekamen über eine Mio. Dollar. Das kam überhaupt nicht gut an.

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