Banken
Der schnelle Optimierer der Dresdner

Seine Karriere machte Franz Herrlein als Banker, zuletzt leitete er das Tagesgeschäft der Dresdner Bank. Jetzt will er sich auch als Berater beweisen. Mitstreiter beschreiben ihn als selbstbewusst und unkonventionell. Dennoch tut man gut daran, das unprätentiöse Auftreten nicht mit Gemütlichkeit zu verwechseln.

FRANKFURT. Franz Herrlein bleibt gelassen. Die Frage sei ihm öfter gestellt worden, räumt der 41-Jährige seelenruhig ein. Aus dem Vorstand der Dresdner Bank zum Partner einer Unternehmensberatung - ist das kein Abstieg? Nein, keineswegs, sagt Herrlein. Und macht klar, dass es ihm nicht um Schulterklappen geht: "Ich bin da sehr entspannt, ich habe meine Ziele erreicht."

Man glaubt es ihm. Mitstreiter bei der Dresdner beschreiben ihn als selbstbewusst und unkonventionell. Herrlein scheue nicht davor zurück, seine Haare auch länger wachsen zu lassen. Und das bunte Freundschaftsbändchen am Handgelenk - von einer seiner beiden Töchter - mag ebenfalls nicht so ganz in die meist graue Frankfurter Bankenszene passen.

Dennoch tut man gut daran, das unprätentiöse Auftreten nicht mit Gemütlichkeit zu verwechseln. "Der ist extrem schnell", sagt einer, der Herrlein kennt. Da passt es auch ins Bild, dass der Manager in seiner Jugend ein exzellenter Sprinter war. Damals schaffte es Herrlein sogar in den Hessen-Kader.

Ebenfalls im Sprintertempo hat der gebürtige Regensburger Karriere gemacht. Nach einer Banklehre folgt das BWL-Studium in Frankfurt. Danach geht es zurück nach Bayern, zur Landesbank und zur Bayerischen Vereinsbank. 1998 wechselt Herrlein das erste Mal auf die Beraterseite: Für die Boston Consulting Group ist er in München und Mailand tätig.

Danach zurück zur Vereinsbank - genauer: dem mit der Hypo fusionierten Nachfolgeinstitut. Als dieses drei Jahre später von der italienischen Unicredit geschluckt wird, ist Herrlein bereits Bereichsvorstand. Und einer der wenigen Deutschen, die es ins Top-Management der Italiener schaffen. Dort hält er - im Gegensatz etwa zum designierten Investmentbank-Chef Stefan Jentzsch - praktisch als einziger durch. Dabei ist er es, der mit der Integration beider Häuser das dickste Brett bohren muss. Der grenzüberschreitende Merger ist der größte, den die europäische Finanzbranche zum damaligen Zeitpunkt gesehen hat.

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