Banken
Die Risikominimierer von der UBS

Seit Beginn der Finanzkrise hat die UBS bereits Wertberichtigungen von mehr als 50 Milliarden Dollar vorgenommen. Der Chef des Investmant-Banking Jerker Johansson musste nun seinen Hut nehmen. Die beiden neuen Chefs sollen sich auf das traditionelle Geschäft beschränken.

ZÜRICH. Die einen feiern ihre Investmentbanker, die anderen feuern sie. Das ist der feine Unterschied zwischen der UBS und dem Rest der Branche nach dem ersten Quartal. Die Schweizer Großbank hat gestern Jerker Johansson als Chef der Investmentbank abgelöst und durch ein Führungsduo ersetzt. Ab sofort übernehmen Alex Wilmot-Sitwell und Carsten Kengeter die Leitung der krisengeschüttelten Sparte. Johansson verlässt die Bank nach nur knapp einem Jahr.

Er hatte sich zum Ziel gesetzt, mit dem Investment-Banking wieder einen Gewinn von vier Mrd. Franken zu erreichen. Er musste im Februar allerdings einräumen, dass diese Marke in den nächsten drei Jahren nicht zu schaffen ist.

Stattdessen musste die Sparte im ersten Quartal noch einmal 3,9 Mrd. Franken auf illiquide Risikopositionen abschreiben. Die UBS hat seit Beginn der Finanzkrise bereits Wertberichtigungen in Höhe von mehr als 50 Mrd. Dollar vornehmen müssen.

Es sind jedoch nicht nur die Verluste, die den 52-jährigen Johansson den Job gekostet haben. Der gebürtige Schwede ist vielmehr dem Großreinemachen des neuen Konzernchefs Oswald Grübel zum Opfer gefallen. Grübel ist dabei, die UBS und ihr Management nach seinem Gusto umzubauen. Vor kurzem installierte er bereits mit Ulrich Körner einen alten Weggefährten als neuen Chief Operating Officer. Jetzt war das Investment-Banking dran. Das erklärte Ziel von Grübel ist es, die UBS als integrierte Universalbank aus der Krise zu führen. "Die Investmentbank ist für die UBS als globales Unternehmen unabdingbar", sagte der Konzernchef in Zürich. Die Leitlinie für die Investmentbanker hat er bereits vorgegeben: die Sparte soll ihre Risikopositionen weiter abbauen und sich künftig auf den Aktienhandel, das Devisengeschäft, Corporate Finance und die Beratung bei Übernahmen und Fusionen (M&A) konzentrieren.

Umsetzen sollen die Strategie jetzt der Engländer Wilmot-Sitwell und der Deutsche Kengeter. Der 48-jährige Brite ist bereits seit 13 Jahren bei der UBS und gilt in der Branche als erfahrener Investmentbanker. Der Mann mit dem zurück-gekämmten Haar und dem stets makellosen Outfit hat an der Universität Bristol studiert und ist über Warburg Dillon Read zur UBS gekommen. Zuletzt leitete er die Regionen Europa, Naher Osten und Afrika.

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