Banknotenhersteller Giesecke & Devrient
Gelddrucker sucht neue Geschäftsideen

Beim Banknotenhersteller Giesecke & Devrient sind Innovationen seit jeher Grundlage des Geschäfts. Erfinderisch zu sein reicht allein aber nicht aus, um mit Innovationen die Nase vor der Konkurrenz zu haben. Wie sich das Familienunternehmen für langfristiges Wachstum ausrichtet.

MÜNCHEN / DÜSSELDORF. Ziel: "Überlegenen Firmenwert schaffen", sagt G&D-Chef Karsten Ottenberg. "Dabei denken wir nicht nur daran, dass die Firma nächstes Quartal gut dasteht. Wir sprechen von Nachhaltigkeit in Generationen."

Der ehemalige Philips-Manager steht erst seit April vergangenen Jahres an der Spitze der traditionsreichen Firma, die neben Banknoten auch Karten für den Zahlungsverkehr sowie IT-Sicherheitssysteme herstellt. Doch seither hat der promovierte Physiker jeden Stein umgedreht. Um G&D langfristig als Firma in Familienbesitz zu sichern und zugleich moderne Strukturen zu geben, hat sich Ottenberg zwei Themen verschrieben: Innovationsmanagement und die konsequente Umsetzung der Strategie.

Beides hört sich selbstverständlich an, doch die Praxis zeigt, dass es nicht nur in Familienfirmen an beidem mangelt. "Unternehmen einer Branche haben oft sehr ähnliche Strategien", sagt Oliver Greiner von der Stuttgarter Unternehmensberatung Horvath & Partner. "Dann ist entscheidend, dass man in der Umsetzung der Strategie der Bessere ist." Das gilt auch bei der Suche nach neuen Produkten: Erfinderisch zu sein reicht allein nicht, um mit Innovationen die Nase vor der Konkurrenz zu haben: "Echte Innovationen sind in der Regel Ergebnis systematischen Managements", sagt Kai Engel von der Beratungsgesellschaft A.T. Kearney.

Das sieht Giesecke & Devrient-Chef Ottenberg ähnlich und hat deswegen dem Münchener Unternehmen eine neue Struktur gegeben: Neben den drei bestehenden Sparten Banknoten, Karten und "Government Solutions" hat er eine vierte geschaffen: "New Business", ein Bereich, der nichts anderes macht, als nach Geschäftsfeldern von morgen zu suchen. Dahinter steckt die Idee: Neues schafft man nur, wenn man dafür die nötigen Freiräume im Unternehmen schafft.

Zehn Prozent aller Forschungsgelder des Konzerns fließen in die kleine Truppe von 50 Spezialisten. Diese Leute sollen systematisch neue Geschäftsfelder erschließen, mit denen binnen weniger Jahre Umsätze zu erzielen sind. Um dies zu erreichen, arbeiten Entwickler und Projektmanager eng zusammen. "Wir untersuchen keine Märkte für Gummistiefel. Alles, was New Business macht, muss zielgerichtet auf unsere Vision einzahlen: Wir sind weltweit der Partner des Vertrauens", sagt Ottenberg.

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