Barbara Stcherbatcheff
Freches „City Girl“: Eine Ex-Bankerin packt aus

Frauen im Investment-Banking haben es in der Londoner City noch immer schwer. Barbara Stcherbatcheff kann ein Lied davon singen: Sie hat ihre Karriere als Bankerin aufgegeben und ihre Erlebnisse nun in einem Buch aufgeschrieben – und enthüllt einige unbequeme Details aus der Finanzmetropole.

LONDON. Erst vor kurzem kam eine Studie des Equality and Human Rights Centres zu dem Schluss, dass weibliche Banker mit deutlich niedrigeren Gehältern einsteigen und später bis zu 80 Prozent weniger Bonuszahlungen kassieren als ihre männlichen Kollegen. Eine Frau, die das am eigenen Leib erfahren hat, ist Barbara Stcherbatcheff.

Die junge Amerikanerin hat unter dem Pseudonym „City Girl“ in der wöchentlichen Kolumne einer Londoner Tageszeitung ihre Erlebnisse als Frau in der City aufgeschrieben, und sich damit eine treue Fangemeinde geschaffen. Vor kurzem gab sie ihre Tarnung auf und veröffentlichte das Buch „Confessions of a City Girl“. Beichte einer Bankerin – der Titel und das mit High Heels in pink bebilderte Cover legen nahe, dass es sich bei dem Buch um eine Art Sexphantasie für geprellte Anleger handelt. Doch um Sex geht es in dieser Insider-Story aus dem Bankenviertel ausnahmsweise einmal nicht. Stattdessen erzählt Stcherbatcheff die Geschichte einer jungen ehrgeizigen Frau, die in der Finanzbranche Karriere machen will.

Der Traum vom schnellen Geld hatte die Amerikanerin nach ihrem Studium 2004 in die City gelockt. Sie wollte den Nervenkitzel auf dem Börsenparkett erleben. Die Realität ihres Arbeitsalltags als Praktikantin bei Merrill Lynch war jedoch ernüchternd. Ihren Wunsch, Investmentbankerin zu werden, gab Stcherbatcheff trotzdem nicht auf. Nach einer Station bei JP Morgan stieg sie bei einem Hedge-Fonds in Mayfair ein.

Die Herausforderungen, die sie für diese Karriere meistern musste, machen heute die Stärke ihres Buches aus: Um sich als Frau in der von Männern dominierten Branche durchzusetzen, musste sie die Strukturen aus der Position der Außenseiterin analysieren und einen Weg finden, darin bestehen zu können. „Frauen werden in der City nicht unbedingt schlecht behandelt, aber sie werden in gewisser Weise ausgeschlossen. Bis vor zehn Jahren fand das Sozialleben an Orten statt, in denen Frauen nicht erwünscht waren, wie im Gentlemen's Club oder in Strip Bars“.

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