BASF

Brudermüller löst Bock als Vorstandschef ab

BASF bekommt einen neuen Chef: Mit Martin Brudermüller soll ein Urgestein des Konzerns im kommenden Mai Kurt Bock ablösen. Dieser wiederum soll nach einer „Abkühlphase“ den BASF-Aufsichtsrat leiten.
Update: 21.12.2017 - 11:57 Uhr Kommentieren
Der Manager soll im Mai 2018 Kurt Bock als BASF-Chef ablösen. Quelle: BASF
Martin Brudermüller

Der Manager soll im Mai 2018 Kurt Bock als BASF-Chef ablösen.

(Foto: BASF)

LudwigshafenDer Ludwigshafener Chemieriese BASF baut seinen Vorstand um und ebnet Konzernchef Kurt Bock den Weg in den Aufsichtsrat. Mit Ablauf der Hauptversammlung am 4. Mai werde Vizechef Martin Brudermüller an die Spitze des Chemiekonzerns rücken und dort Bock ablösen, teilte der Branchenprimus am Donnerstag mit. Damit werde ermöglicht, dass Bock nach Ablauf der gesetzlichen zweijährigen „Abkühlphase“ im Jahr 2020 in den Aufsichtsrat gewählt werden und den Vorsitz übernehmen kann.

Brudermüller ist ein BASF-Urgestein: Der promovierte Chemiker arbeitet bereits seit 1988 für den Konzern, leitete in der Vergangenheit unter anderem das Asiengeschäft und war zuletzt im Vorstand auch für den Bereich Petrochemie zuständig.

Der Wechsel sei Teil der langfristigen Nachfolgeplanung für Aufsichtsrat und Vorstand, teilte der Konzern weiter mit. In den vergangenen sieben Jahren habe Bock BASF „entscheidend geprägt und erfolgreich weiterentwickelt.“ Der Aufsichtsrat habe den 59-Jährigen daher gebeten, 2020 für das Kontrollgremium zu kandidieren. Bock ist seit 2003 Mitglied des Vorstandes und seit 2011 Chef von BASF.

Neuer Konzern-Vize soll Hans-Ulrich Engel werden, der seinen Posten als Finanzvorstand aber behalten wird. Engel ist seit 2008 Mitglied des Vorstands und war unter anderem für die Region Nordamerika verantwortlich; er leitet seit 2011 das Finanzressort. Außerdem verlängerte der Aufsichtsrat die Verträge von Brudermüller, Engel und Asien-Vorstand Sanjeev Gandhi um fünf Jahre bis zur Hauptversammlung 2023. Im Zuge der Veränderungen werde der Vorstand im Mai 2018 von acht auf sieben Mitglieder verkleinert.

Anders als die Wettbewerber setzte Bock weniger auf Mega-Zukäufe, sondern eher auf organisches Wachstum. „Größe an sich ist kein Wert, wir müssen in unseren jeweiligen Geschäftsfeldern wettbewerbsfähig sein“, lautet sein Credo. Gleichwohl erwarb er zuletzt für fast sechs Milliarden Euro das Bayer-Saatgut-Geschäft und betrat damit neuen Boden. Dank starker Geschäfte mit Basischemikalien und der anhaltenden Erholung im Öl- und Gasgeschäft konnte Bock zudem im Sommer seine Jahresprognose nach oben schrauben.

Doch die Branche ist im Wandel: Der designierte Chef Brudermüller steht vor den Herausforderungen einer sich konsolidierenden Chemieindustrie. Zuletzt hatte es mehrere große Deals gegeben – etwa die Fusion der US-Konzerne Dow Chemical und DuPont zu DowDupont mit einer kombinierten Marktkapitalisierung von etwa 130 Milliarden US-Dollar.

Die größten Chemiekonzerne der Welt
Platz 10 - PPG Industries (USA)
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Die Amerikaner produzieren unter anderem bruchsicheres Glas für die Auto- und Raumfahrtindustrie, aber auch Farben, Lacke und Chemikalien. 15,33 Milliarden Dollar setzte Pittsburgh Plate Glass damit im Jahr 2016 um.

Platz 9 - Linde (Deutschland)
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Die Münchener sind weltweit einer führenden Anbieter für Gase. Ein Umsatz von umgerechnet 17,83 Milliarden Dollar im Jahr 2016 reicht für einen Platz in der Top Ten.

Platz 8 - Air Liquide (Frankreich)
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Die Erfindung von flüssiger Luft legte den Grundstein für einen Weltkonzern. Im vergangenen Jahr kam der französische Chemieriese auf einen Umsatz von 19,08 Milliarden Dollar.

Platz 7 - Henkel (Deutschland)
4 von 10

Weltweit ist der Düsseldorfer Konzern bekannt für seine Marken Persil, Pril oder Pritt. Mit einem Umsatz von 19,69 Milliarden Dollar spielt der Dax-Konzern auch unter den internationalen Chemieriesen vorne mit.

Platz 6 - Dupont (USA)
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Der komplette Name des amerikanischen Chemieriesens lautet „E I Du Pont de Nemours“. Das geht zurück auf die französischen Gründer, die in die USA emigriert waren und dort 1802 begannen, Sprengstoffe zu produzieren. Heute macht das Unternehmen in über 80 Ländern weltweit einen Umsatz von insgesamt 24,6 Milliarden Dollar. 2017 erfolgte die Fusion mit dem Rivalen Dow Chemical zum größten Chemiekonzern der Welt.

Platz 5 - LyondellBasell Industries (Niederlande)
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Über die Jahre ist das internationale Konglomerat durch Zukäufe immer weiter gewachsen. Aus steuerlichen Gründen ist der Konzern mittlerweile in den Niederlanden beheimatet, auch wenn die Aktien in New York gehandelt werden. Der globale Umsatz ist mit 29,18 Milliarden Euro in der internationalen Spitzenklasse.

Platz 4 - Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
7 von 10

Die Weiterverarbeitung von Öl und Gas macht den arabischen Staatskonzern zu einem der größten Chemiekonzerne weltweit. Der Umsatz von 39,5 Milliarden Dollar spricht für sich.

Zudem strebt Bayer die Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto an und steigt damit zum größten Pflanzenschutz- und Saatgutanbieter der Welt auf. Die schweizerische Syngenta wurde in einer Milliardentransaktion von der chinesischen Chemchina übernommen. Darüber hinaus will BASF sein Geschäft mit technischen Kunststoffen mit einer Milliardenübernahme ausbauen und vereinbarte den Kauf des globalen Polyamid-Geschäfts des belgischen Konkurrenten Solvay für 1,6 Milliarden Euro.

Nachdem das Öl- und Gasgeschäft Wintershall vor allem im vergangenen Jahr unter niedrigen Energiepreisen litt, hat Bock die Abspaltung von Wintershall eingeleitet. Nicht, ohne die Tochter vorher mit der ehemaligen RWE-Tochter Dea zu stärken, die BASF von dem russischen Milliardär Mikhail Fridman übernehmen will.

Es gab aber auch Rückschläge wie das Unglück im Oktober vergangenen Jahres in Ludwigshafen, das zum schlimmsten in der BASF-Geschichte der vergangenen Jahrzehnte werden sollte. Die Explosion war der schwerste Vorfall in einer Serie von Pannen. Vorwürfe, es sei zu Lasten der Sicherheit gespart worden, wies Bock zurück.

  • rtr
  • dpa
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