Baukonzern gegen Integration
Strabag geht im Streit mit Lenz in Berufung

Der österreichische Baukonzern Strabag will im Streit mit dem Minderheitsaktionär der Tochter Züblin, der Stuttgarter Industriellenfamilie Lenz, in Berufung gehen. Damit ist das Urteil des Landgerichts Stuttgart vorerst nicht rechtskräftig

agr DÜSSELDORF. Das Landgericht Stuttgart hatte einer Anfechtungsklage der Familie stattgegeben und mehrere Beschlüsse der Hauptversammlung vom 22. Juni 2006 für nichtig erklärt hatte. Vor allem die Wahl des Aufsichtsrats wurde angefochten, in dem Lenz nicht vertreten ist.

"Wer nur 57 Prozent besitzt, kann nicht so agieren, wie wenn ihm das Unternehmen ganz oder zumindest zu 75 Prozent gehört," hatte Familiensprecher Eberhard Lenz gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" sein Vorgehen begründet. Lenz versucht die Integration von Züblin in Strabag zu verhindern und wirft dem Konzern damit auf dem Weg an die Börse Knüppel zwischen die Beine. Vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht läuft in dieser Sache ein weiteres Anfechtungsverfahren. "Wir wollen Schaden für Züblin verhindern," sagte Lenz. In erster Instanz war die Klage aber abgewiesen worden.

Strabag-Chef Hans Haselsteiner-Peter habe Lenz noch im Januar einen Sitz im Aufsichtsrat angeboten, sagte eine Sprecherin. Lenz habe dies abgelehnt. Strabag entstünden durch den Streit hohe Verfahrenskosten. Ob für Lenz tatsächlich das Wohl der Züblin im Vordergrund stehe, sei fraglich. Branchenkenner glauben, dass Lenz den Kaufpreis für seine Beteiligung hoch treiben will. Zumal er in dem Interview nicht ausschließt, sie an Haselsteiner zu verkaufen.

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