Baukredit
Richter weisen zögernde Bank zurecht

Ein Ärgernis für viele Kreditkunden: Wenn die Zinsen steigen, passen die Banken ihre Forderungen schnellstmöglich nach oben an, gehen die Sätze aber runter, reagieren die Institute zögerlich. Das Landgericht Bielefeld hat jetzt ein Urteil des Amtsgerichts Bielefeld bestätigt, in dem die Richter eine Sparkasse in die Schranken wiesen (22 S 271/05).

Ein Ehepaar hatte im Juli 2001 einen Immobilienkredit über 100 000 Euro aufgenommen, für den 6,25 Prozent Zinsen fällig waren. Obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) in den Folgemonaten den Leitzins nach und nach von 4,5 auf 2,75 Prozent senkte, bestand die Bank bis März 2003 weiter auf dem vollen Satz.

Zu Unrecht, entschieden die Richter. Laut einer Klausel im Kreditvertrag sei die Bank verpflichtet gewesen, bei veränderter Marktlage "den Zinssatz entsprechend zu senken". Dass der Durchschnittszins für Wohnungsbaukredite laut Bundesbank in dieser Zeit nur von 6,64 auf 5,59 Prozent gesunken sei, ließen die Richter nicht als Ausrede gelten. Das Institut hätte sich am Verlauf des von 4,4 auf 2,52 Prozent gesunkenen Dreimonats-Euribor, dem Leihsatz zwischen Banken, orientieren und den Zins deshalb spätestens Anfang 2002 senken müssen.

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