Bayer Personal-Vorstand
„Ich hatte nie vor, mich bei Bayer zu bewerben“

Nur wer Ökonomie, Ökologie und soziale Belange in Einklang bringt, kann erfolgreich wirtschaften. Richard Pott, Personal-Vorstand bei Bayer, spricht im Interview über seinen Wechsel von der Uni in die Industrie, das Leben auf dem Dorf und seine Leidenschaft für die Bayer-Werkself.

Handelsblatt: Herr Pott, wer, wie Sie, in Leverkusen aufgewachsen ist und sich für Fußball interessiert, wird der automatisch Fan von Bayer Leverkusen?

Richard Pott: Ja, ich bin Fan von Bayer Leverkusen. Das hat sich im Laufe der Jahre so ergeben. Meine Sympathie hat aber auch der 1. FC Köln. Wenn beide Vereine gegeneinander spielen, freue ich mich aber schon, wenn Leverkusen gewinnt.

Und die beiden Söhne?

Mein ältester Sohn ist auch Leverkusen-Fan, der zweite ist FC-Anhänger. Wenn ich also ins Stadion gehe, muss ich mir immer gut überlegen, wen ich mitnehme.

Und wenn man aus Leverkusen kommt, fängt man dann automatisch an, bei Bayer zu arbeiten und hofft insgeheim irgendwann im Vorstand des Konzerns zu landen?

Nein, damit habe ich nicht gerechnet. Zunächst war mein Ziel, an der Uni zu arbeiten. Natürlich kannte ich Bayer, weil mein Vater dort beschäftigt war. Aber ich hatte nicht vor, mich bei Bayer zu bewerben. Diesem Vorsatz bin ich untreu geworden, habe aber die Entscheidung nie bereut.

Sie haben in Köln Physik studiert und danach promoviert. Vermissen Sie die Forschung an der Uni manchmal?

Manchmal ja, aber zum Glück gibt es in einem Erfinder-Unternehmen wie Bayer vielfältige Kontakte mit den verschiedenen Forschungseinrichtungen sowie den Hochschulen. Ich selbst habe mich an der Uni zwölf Jahre lang sehr intensiv mit Themen der Physik auseinandergesetzt - erst als Student, nach dem Diplom als Assistent am Institut. Aber irgendwann habe ich mir die Frage gestellt, ob es nicht auch noch etwas anderes gibt, was mich herausfordert. Da kam für mich der Zeitpunkt für einen Wechsel in die Industrie.

Was sicher auch in finanzieller Hinsicht lukrativer war?

Das war für mich aber nicht ausschlaggebend. Mir ging es nie ums Geld. Ich bin weitergekommen, weil meine Arbeit anerkannt wurde. Ich habe mich aber nie als Karrieremenschen gesehen, sondern habe immer unterschiedliche Wege ausprobiert. Lehramt war übrigens auch einmal dabei, dafür fehlte mir aber die nötige Geduld.

Wer hat Sie denn als Erster entdeckt?

Mein Professor, ich kann mich noch gut daran erinnern, als er mich nach der Diplomarbeit fragte, ob ich eine Assistentenstelle übernehmen möchte. Das hat mich komplett überrascht, war aber eine gute Option. Irgendwann habe ich jedoch den Entschluss gefasst, in die Industrie zu gehen. Ich bin dann zu Bayer in die zentrale Forschung gekommen. Anschließend war ich in Leverkusen als Berater in der Unternehmensorganisation und in der Strategischen Planung tätig.

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