BayernLB
Der letzte Aktive auf dem Schleudersitz

Der letzte BayernLB-Vorstand aus der Skandalära steht vor der Ablösung: Stefan Ropers ist der Dienstälteste im Vorstand der Bank und der letzte noch Aktive, der schon beim desaströsen HGAA-Kauf dabei war. Auch für Vorstandschef Michael Kemmer wird die Luft dünner.
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MÜNCHEN/FRANKFURT. Es wird ungemütlich für die alte Führung der Skandalbank BayernLB. Der Verwaltungsrat will Schadensersatz sehen wegen des gescheiterten Kaufs der österreichischen Hypo Group Alpe Adria. Doch es geht nicht nur ums Geld. Bei den beruflich noch aktiven Alt-Vorständen der BayernLB ist - womöglich schlimmer noch - auch die Karriere in Gefahr.

Erster Kandidat für den Schleudersitz ist BayernLB-Vorstand Stefan Ropers. Er ist der Dienstälteste im Vorstand - und mittlerweile der letzte noch Aktive, der schon beim desaströsen HGAA-Kauf dabei war. Ihm droht nach Einschätzung im Umfeld der Bank schon nächste Woche die Ablösung.

In die Bredouille geraten könnte zudem Michael Kemmer. Der Ex-Finanzvorstand und kurzzeitige Vorstandschef der BayernLB ist gerade erst zum Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) ernannt worden. Etwas voreilig vielleicht, lästern manche in der Branche, schließlich sei die Aufarbeitung der BayernLB-Vergangenheit noch in vollem Gange.

Laut Finanzkreisen jedoch steht der BdB derzeit trotz der drohenden Schadensersatzklage voll hinter seinem neuen Geschäftsführer. Die Vorgänge seien ja schon bei der Berufung Kemmers bekannt gewesen, heißt es. Dieser sei zudem anwaltlich vertreten und könne sich voll auf seinen Job konzentrieren. Anders werde sich die Lage allenfalls darstellen, wenn die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen etwas Belastendes ergäben.

Im Fall Ropers könnte es schneller gehen. Aufgrund des neuen Gutachtens, demzufolge die alten Vorstände haftbar sind für das milliardenteure HGAA-Abenteuer, will der BayernLB-Verwaltungsrat kommenden Montag über "haftungsrechtliche und dienstvertragliche Maßnahmen" entscheiden. Im Umfeld der Bank wird damit gerechnet, dass Ropers gehen muss, wenn der Verwaltungsrat wie erwartet Schadensersatzforderungen beschließt. Das bayerische Finanzministerium und die Bank wollten sich gestern zu Personalien nicht äußern.

Der hochgewachsene Hanseat Ropers ist operativ durchaus erfolgreich. Sein Großkunden-Geschäft steuert den Löwenanteil der BayernLB-Gewinne bei. Dennoch ist es eher erstaunlich, dass der 55-Jährige überhaupt noch im Amt ist. Im Frühjahr verließ Ralph Schmidt als Vorletzter aus der alten Garde den Vorstand. Damit blieb Ropers als letzter Mohikaner.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

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